Trafikantin nach Feuer-Attacke verstorben

Trauer um 35-Jährige

Trafikantin nach Feuer-Attacke verstorben

Na­dine W. (35) erlag ihren schweren Verletzungen. 

Eine 35-jährige Trafikantin, die vor genau einem Monat - am 5. März - in ihrem Geschäft in Wien-Alsergrund offenbar von ihrem Ex-Partner in Brand gesteckt wurde, ist ihren schweren Verletzungen erlegen. Das bestätigte die Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, am Ostermontag. Die Geschäftsinhaberin hatte seit der Attacke auf einer Intensivstation um ihr Leben gerungen. Der 47-jährige Ex-Freund befindet sich weiter in U-Haft.

Brandanschlag

Um die Mittagszeit des 5. März kam der Mann in die Trafik in der Nußdorfer Straße am Alsergrund. Was dann geschah, schilderte die Frau noch am Tatort Polizisten, ehe sie mit schwersten Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde: Ihr Ex-Partner griff sie demnach an, übergoss sie mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sie an. Danach habe er die Tür des Geschäfts versperrt und sei davongerannt.

Anrainer und Passanten bemerkten dann den Rauch aus der Trafik: "Mithilfe eines Einkaufwagens zertrümmerten sie die Scheibe der Eingangstüre, um die 35-Jährige zu bergen", berichtete Polizeisprecher Daniel Fürst damals. Auf der Straße befand sich zufällig ein Wagen des Samariterbundes, die Sanitäter löschten die in Flammen stehende Frau mit Decken.

Ex-Freund festgenommen

Während die Trafikantin auf die Intensivstation eines Krankenhauses eingeliefert wurde, suchte die Polizei mit einer Großfahndung nach dem 47-Jährigen. Schließlich meldete er sich kurz nach 17.00 Uhr am Polizeinotruf und gab seinen Standort bekannt. "Einsatzkräfte des Stadtpolizeikommandos Donaustadt und der WEGA lokalisierten den Tatverdächtigen in einem Fahrzeug auf einem Parkplatz in Wien-Donaustadt, Finsterbuschstraße. Bei einem gezielten Zugriff konnte der Mann festgenommen werden", sagte Fürst.

 Die Einvernahmen verliefen zunächst schwierig, schließlich gestand der Mann das Faktische, bestritt aber die Tötungsabsicht. Er wurde in eine Justizanstalt gebracht, wo er seither in Untersuchungshaft sitzt. Gegen ihn werde weiter ermittelt, sagte Bussek am Ostermontag - durch den Tod des Opfers aber nun wegen des Verdachts des Mordes. Zuvor war es um versuchten Mord gegangen.

47-Jähriger bestreitet Tötungsabsicht 

Top-Anwalt Manfred Arbacher-Stöger zum Tod der 35-Jährigen: "Es ist wirklich bedauernswert, dass die Frau jetzt gestorben ist. Mein Mandant hatte aber zu keinem Zeitpunkt eine Tötungsabsicht." Wie berichtet, gab der gebürtige Ägypter in seiner Ersteinvernahme an, seinem Opfer nur einen Denkzettel verpasst haben zu wollen. Die Videoaufnahme aus der Überwachungskamera in der Trafik zeigt allerdings - wie ÖSTERREICH aufdeckte -, wie der Mann die 35-Jährige zuerst niederschlug, dann mit einem mitgebrachten Seil oder Kabelbinder würgte, ehe er das halb bewusstlose Frau mit Benzin überschüttete und mit einem Einwegfeuerzeug anzündete. Dann sperrte er mit ihrem Schüssel die Trafik von außen zu und warf ihn auf der Flucht in einen öffentlichen Mistkübel. Beherzte Zeugen mussten mit einem Einkaufswagerl die Tür zu der Trafik einschlagen, um Nadine aus der Feuerhölle zu retten. Jetzt starb sie 4 Wochen später. 
 

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