Heute starten die Anmeldungen für die Aufnahmeverfahren für verschiedene Studienrichtungen in Wien, wie das Medizinstudium oder auch Bachelorstudien an der Wirtschaftsuniversität. Erstmals gibt es auch ein Aufnahmeverfahren für den Psychotherapie-Master.
Ein besonderer Andrang herrscht wie üblich auf das Human- und Zahnmedizinstudium. Rechnerisch kommen in Wien auf einen Studienplatz rund zehn Interessierte. Der medizinische Aufnahmetest gilt als einer der schwersten Aufnahmetests Österreichs. Wien bietet die meisten Medizin-Plätze an, nämlich 784 der österreichweit 1.950.
Ziel sei es, vielen jungen Menschen qualitativ hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, heißt es vonseiten der Uni. Die Anmeldefrist für das Aufnahmeverfahren für das Studienjahr 2026/27 endet am 31. März. Der Aufnahmetest selbst ist dann für den 3. Juli angesetzt.
Gewidmete Plätze im „öffentlichen Interesse“
Auf einer eigenen Website finden Interessierte Übungsbeispiele und alle notwendigen Informationen. Für die Anmeldung wird ein Kostenbeitrag von 110 Euro fällig. In der Humanmedizin sind dabei mindestens 75 Prozent der Studienplätze für Bewerberinnen und Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert.
Heuer sind österreichweit 87 Humanmedizin-Plätze für „Aufgaben im öffentlichen Interesse“ gewidmet – zwei mehr als im Vorjahr. Interessenten müssen sich hier nach Abschluss der Ausbildung für eine gewisse Zeit zur Tätigkeit in einem Spital, Kassenpraxen, beim Heer oder bei der Polizei verpflichten. Dafür bekommen sie im Gegenzug von den Partnerinstitutionen, wie den Bundesländern oder dem Innenministerium, ein Stipendium und müssen beim Aufnahmetest nur 75 Prozent der Punkteanzahl aller angetretenen Bewerberinnen und Bewerber erreichen.
Noch kein Matura-Nachweis notwendig
Sowohl für die Internet-Anmeldung als auch für die Teilnahme am Aufnahmetest ist noch kein Nachweis der Matura erforderlich. Voraussetzung ist lediglich, dass man sich zumindest in der letzten Schulstufe befindet. Wer einen Studienplatz erreicht hat, muss die Universitätsreife erst im Zuge der Zulassung (in Ausnahmefällen wie späterer Matura bis Ende Oktober) nachweisen.
WU-Studien: Anmeldung bis 19. Mai
Am Montag beginnt auch an der Wirtschaftsuniversität (WU) die Regierungsfrist für die drei Bachelorstudien Business and Economics, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftsrecht. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 12.000 Personen zu den Prüfungen zugelassen. Die Zahl der Studienplätze bleibt auch für das kommende Studienjahr unverändert: 240 Plätze im englischsprachigen Bachelor Business and Economics, 2.703 in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und 870 in Wirtschaftsrecht.
Die Frist läuft bis 19. Mai. Bis 28. Mai 2026 ist Zeit, ein verpflichtendes Online-Self-Assessment zu absolvieren. Es umfasst Fragen zu Erwartungen, Interessen und studienrelevanten Fähigkeiten, wird nicht bewertet und dient der Selbsteinschätzung. Übersteigt die Zahl der Interessenten die verfügbaren Studienplätze, finden die Aufnahmeprüfungen am 30. Juni bzw. 1. Juli in Präsenz statt.
Erstmals läuft an der WU bis 17. März 2026 auch die Registrierung für das Aufnahmeverfahren im deutschsprachigen Masterstudium Management, für das 120 Studienplätze zur Verfügung stehen.
Neues Psychotherapie-Masterstudium
Auch für den neuen Psychotherapie-Master beginnt die Anmeldung für das Aufnahmeverfahren. Voraussetzung für einen der bundesweit 500 öffentlich finanzierten Studienplätze ist ein facheinschlägiger Bachelor (z.B. Psychologie, Sozialarbeit), bis 7. April muss man außerdem einen Selbsteinschätzungs-Fragebogen ausfüllen und einen Kostenbeitrag überweisen. Am 6. Juli steht schließlich noch der bundesweit einheitliche Aufnahmetest an.
Bisher wurden Psychotherapeutinnen und -therapeuten ausschließlich an privaten außeruniversitären Ausbildungseinrichtungen oder Privatunis ausgebildet. Für das zweijährige Propädeutikum und das – je nach Fachrichtung – drei- bis sechsjährige Fachspezifikum sind dabei Kosten von mehreren zehntausend Euro angefallen.
Ab dem Studienjahr 2026/27 gibt es eine neue Struktur: Auf ein fachlich passendes Bachelorstudium folgt ein zweijähriges Masterstudium für Psychotherapie an einer öffentlichen Universität. Dritter Ausbildungsteil ist eine postgraduelle psychotherapeutische Fachausbildung bei psychotherapeutischen Fachgesellschaften, während der man schon unter Supervision therapeutisch arbeiten kann.