Mann stach 14 Mal auf schwangere Ex-Freundin ein

Ein Jahr Intensivstation

Mann stach 14 Mal auf schwangere Ex-Freundin ein

Staatsanwältin: 'Es ist ein medizinisches Wunder', dass die Frau die Attacke überlebt hat.

Das frisch verliebte Paar kam gerade vom Frühstücken, als am 23. Juli 2017 der eifersüchtige Ex-Freund bereits auf sie wartete. Er sprühte beiden wortlos Pfefferspray ins Gesicht. Weil ihr neuer Lebensgefährte Angst hatte, er könnte das Ziel der Attacke sein, rannte er davon. Der 37-Jährige verfolgte ihn noch kurz und ging dann auf seine Ex-Freundin los.

Mit einem Klappmesser stach er 14 Mal auf die 32-Jährige ein - sogar noch, als sie bereits am Boden lag. Auch dass sie ihn noch anflehte: "Hör auf, ich bin schwanger!", soll ihn nicht gekümmert haben. "Es ist ein medizinisches Wunder", dass die Frau die Attacke überlebt hat, sagte die Staatsanwältin. Unter anderem trat der Darm aus, es gab eine Stichläsion der Leber und die Gallenblase wurde durchtrennt. Die Schwangere verlor darüber hinaus ihr Kind. "Warum haben Sie auf sie eingestochen", fragte Richterin Sonja Weis. "Es war ein Fehler. Ich kann es mir nicht erklären", meinte der Angeklagte.
 

Fast ein Jahr auf Intensivstation

Fast ein Jahr verbrachte die Frau auf der Intensivstation und wurde laut Staatsanwältin mit einem Körpergewicht von 35 Kilogramm entlassen. Die Frau ist seit dem Überfall ein Pflegefall, sitzt im Rollstuhl, hat einen künstlichen Darmausgang und muss drei Mal die Woche zur Dialyse. Die 32-Jährige wird seitdem von ihrer Schwester gepflegt. Der 37-Jährige flüchtete nach der Tat und wurde zwei Wochen später am griechisch-türkischen Grenzübergang Kipi bei der Einreise nach Griechenland festgenommen und nach Österreich ausgeliefert.
 
Er habe sich selbst vom neuen Freund seiner Ex-Lebensgefährtin bedroht gefühlt und deshalb zum Pfefferspray gegriffen, sagte er. Zwei Wochen vor der Tat habe der Kaffeehausbesitzer angeblich mit einer Waffe gedroht, was der im Zeugenstand in Abrede stellte. "Ich hatte noch nie mit Waffen zu tun, bis auf den Militärdienst", sagte der 37-Jährige.
 
Am Nachmittag wurde die Verhandlung mit Zeugeneinvernahmen fortgesetzt. Der Prozess wird am Donnerstag weitergehen, da soll auch ein Urteil erfolgen.
 

Opfer soll am Donnerstag aussagen 

Da soll auch das Opfer erstmals aussagen. Die 32-Jährige wurde zwar polizeilich kurz befragt, aber eine ausführliche Aussage konnte wegen des schlechten gesundheitlichen Zustandes der Frau nicht protokolliert werden.
 
Die Befragung wird per Videokonferenz erfolgen, da die 32-Jährige nun bei ihrer Schwester im Burgenland lebt und eine Anreise ins Wiener Straflandesgericht zu beschwerlich wäre. Auch die Schwester wird am Donnerstag eine Aussage machen, da sie die Handgreiflichkeiten gegen die 32-Jährige mitbekommen hat.
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