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Schleppende Fahndung nach Doppel-Mord

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Die Polizei ermittelt fieberhaft nach Doppelmord, öffentlich fahnden will sie aber nicht. 

Wien. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal der Landespolizeidirektion Wien: Keine andere Dienststelle im Bundesgebiet zögert bei Öffentlichkeitsfahndungen nach potenziellen Straftätern wie die Hauptstädter. Und so schleppt sich die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mutter-Tochter-Mörder von Mariahilf auch fünf Tage nach dem Verbrechen dahin. Keine öffentlichen Fahndungsfotos, keine Spur – Stand Montag.

Wie berichtet, ist der Tunesier Mahmoud N. flüchtig. Er steht in Verdacht, die Ungarin Renata Ö. (32) und ihre Tochter Aliz kurz vor deren 15. Geburtstag erwürgt oder erdrosselt zu haben. Der 49-Jährige, der am Tatabend bei den Opfern zu Besuch war, hat enge familiäre Verbindungen ins Ausland, könnte sich dorthin abgesetzt haben. „Die anderweitigen Ermittlungen sind noch nicht ausgeschöpft, solange fahnden wir nicht öffentlich“, rechtfertigte eine Polizeisprecherin die Zurückhaltung.

Inzwischen wurde bestätigt, dass die Opferfamilie dem Jugendamt bekannt war. Von häuslicher Gewalt habe man jedoch keine Kenntnis gehabt, der Gesuchte soll nicht vorbestraft sein. 

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