Wiener Vergewaltigungs-Opfer ohne Pass

Drama in Dubai

Wiener Vergewaltigungs-Opfer ohne Pass

Der 29-Jährigen wurde angeraten ihren Peiniger zu heiraten. Jetzt Prozess.

Eine 29 Jahre alte Wienerin hat nach einer Vergewaltigungs-Anzeige in Dubai ihren Pass abgeben müssen. Die Frau soll Anfang Dezember von einem aus dem Jemen stammenden Mann vergewaltigt worden sein. Laut "Gulf News" streitet der mutmaßliche Täter dies ab. "Frühestens Ende Februar wird es eine Gerichtsentscheidung erster Instanz geben", sagte Außenamtssprecher Martin Weiss der APA.

Laut dem Sprecher soll sich die Tat in der Nacht auf den 1. Dezember ereignet haben. "Was genau in der Nacht passiert ist, ist Gegenstand der Untersuchungen", so Weiss. Jedenfalls sei man mit der Wienerin in Kontakt und unterstützte sie "so gut es möglich ist". "Sie war in Kontakt mit dem österreichischen Vertrauensanwalt und wird anwaltlich vertreten", sagte Weiss.

"Sie darf nicht ausreisen"
Bis zum Ende des Verfahrens müsse sich die Wienerin in Dubai aufhalten, ihren Reisepass musste sie bei den Behörden hinterlegen. "Sie darf nicht ausreisen." Sollte das Gericht entscheiden, dass die Frau vergewaltigt worden war, trifft eine Strafe "nur den Täter". Laut "Gulf News" wird der Frau vorgeworfen, sie habe mit dem Jemeniten einvernehmlichen außerehelichen Geschlechtsverkehr gehabt. Dafür droht in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Jahr Haft. "Wenn eine Vergewaltigung nicht beweisbar ist", dann könne es sein, dass die Frau wegen außerehelichen Geschlechtsverkehr angeklagt wird, so der Sprecher. Dem Bericht zufolge wurde der Frau geraten, den mutmaßlichen Täter zu heiraten.

Eheschließung wäre "für beide Partner strafmildernd"
Weiss verweis darauf, dass bei einvernehmlichen außerehelichen Sex in den Emiraten "angeraten wird eine Ehe zu schließen". Das würde "für beide Partner strafmildernd" wirken.

Erst im Vorjahr sorgte ein ähnlicher Fall einer Norwegerin für aufsehen. Die Frau war nach der Anzeige ihrer eigenen Vergewaltigung zu 16 Monate Haft verurteilt worden. Das löste weltweit Empörung aus. Die Frau wurde schließlich "begnadigt", bekam ihren Pass zurück und konnte ausreisen. Auch der mutmaßliche Täter - ein Kollege der Norwegerin - kam frei.

Das ist in Dubai & Co verboten 1/6
Alkohol
Für islamische Einwohner der Emirate ist Alkohol verboten. Nicht-Muslime müssen um eine Alkohol-Lizenz ansuchen und können nur zu Hause oder in ebenfalls lizenzpflichtigen Lokalen trinken. Das gilt auch für westliche Touristen, wird aber im Regelfall selten kontrolliert. Im Emirat Sharjah wird das Verbot besonders streng gehandhabt, Alkohol wird in keinem Hotel angeboten. Auch ist es in den VAE verboten, in der Öffentlichkeit betrunken zu sein, warnt das britische Außenministerium. Wird man erwischt, drohten Strafen bis zu 400 Euro oder ein bis sechs Monate Gefängnis. Da Alkoholkontrollen am Steuer selten sind, glauben viele Fahrer, dass betrunken Autofahren legal ist - tatsächlich droht hartes Durchgreifen. Lokalen Medienberichten zufolge steuern Trickbetrüger in Dubai ihre Fahrzeuge darum gerne in Autos von alkoholisierten westlichen Besuchern, um Schweigegeld zu erpressen.

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