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Urteil

Zehn Jahre Haft für Wiener Familientyrann

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Der Mann hatte Ex-Frau, jetzige Frau und Schwägerin  terrorisiert.

Ein 50-jähriger Schlosser ist am Dienstag im Wiener Straflandesgericht wegen fortgesetzter Gewaltausübung (Paragraf 107 b Strafgesetzbuch) rechtskräftig zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte zunächst seine Ex-Frau terrorisiert und, nachdem sich diese scheiden hatte lassen, deren Nichte geheiratet. Von 2009 an machte er dann der jungen Frau und deren Schwester, die der 50-Jährige offenbar als seine "Zweitfrau" betrachtete, das Leben zur Hölle.

Sprechverbot
Die junge Frau des Patriarchen durfte an ihrem Arbeitsplatz mit keinem Kollegen reden, da ihr der Mann ein "Sprechverbot" erteilt hatte. Er brachte sie zur Arbeit und holte sie auch wieder ab, außerhalb der Arbeitszeiten durfte sie die Wohnung nicht verlassen. Ihr Gehalt musste sie ihm abliefern, wobei er ihr lediglich ein monatliches "Taschengeld" von 200 Euro zugestand. Widersetzte sich die Frau, wurde sie laut Staatsanwältin Petra Freh brutal zusammengeschlagen.

Dasselbe blühte ihr, wenn sie daheim beim Kochen "patzte", versehentlich Getränke verschüttete oder etwas fallen ließ. Wurde sie nicht verprügelt, musste sie stundenlang Strafe stehen. Der Mann überwachte auch ihr Mobiltelefon, druckte sich die monatlichen Abrechnungen aus und analysierte eingehend jedes einzelne Gespräch, das die Frau geführt hatte.

Zweitfrau misshandelt
Dasselbe praktizierte er mit der jüngeren Schwester seiner Frau. War seine Ehefrau in der Arbeit, bestellte er oft die Schwägerin in seine Wohnung, wobei er diese auch zu sexuellen Handlungen zwang. "Die Opfer haben sich durch ihr Martyrium schließlich aufgegeben. Sie haben einfach nur mehr gehorcht", sagte die Staatsanwältin.

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