Kurz & Kogler

100 Verhandler pokern jetzt um Koalition

Sechs Gruppen verhandeln Türkis und Grün – insgesamt sind 100 Verhandler im Einsatz. 

Wien. Es gebe „keine unüberbrückbaren Hindernisse“ zwischen ihnen, gab sich Grünen-Chef Werner Kogler gestern bei seiner ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz optimistisch. Die beiden verrieten nach einem ausführlichen Vieraugen­gespräch, wie es weitergeht: Sechs Hauptgruppen haben ÖVP und Grüne demnach aufgestellt (s. rechts) – unterteilt in mehrere Fachgruppen, in denen insgesamt rund 100 Personen verhandeln werden. Erste Verhandlungspaare sollen sich bereits heute am Rande der Parlamentssitzung absprechen.

 

Video zum Thema: Start der Koalitionsverhandlungen

 

Chefverhandler müssen Knackpunkte lösen

Kurz setzt auf Vertraute. Spannend ist, wer nicht mitverhandelt. In die Bildungsgruppe wird etwa Margarethe Schramböck geschickt. Die Ex-Wirtschaftsministerin soll denn auch wieder in eine Regierung einziehen – im Unterschied zu Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann. Für die Grünen wird Sigrid Maurer verhandeln. 

Ebenfalls aussagekräftig: Nicht der bisherige Finanzminister Hartwig Löger, sondern Wirtschaftskammer-Boss Harald Mahrer wird mit dem Grünen Josef Meichenitsch in der Gruppe Wirtschaft ringen. Mahrer gilt übrigens schon lange als Befürworter einer Zusammenarbeit mit den Grünen. 

Die türkis-grüne Steuerungsgruppe bleibt mit Kurz, Elisabeth Köstinger, Gernot Blümel, August Wöginger, Stefan Steiner und Margarethe Schramböck auf VP-Seite dieselbe wie während der Sondierungen.

Das gilt auch für die Grünen, deren Chefverhandler neben Kogler Leonore Gewessler, Rudi Anschober, Alma Zadic, Birgit Hebein und Josef Meichenitsch bleiben. Ab Donnerstag soll in sechs Gruppen ausführlich gesprochen werden. Die Chefverhandler werden jeweils in eigenen Runden versuchen, allfällige Knackpunkte zu lösen. Bis Anfang Dezember wollen sich Grün und Türkis einen Überblick verschaffen, ob eine Koalition möglich sei.

»Kein Bereich, wo es nicht Überschneidungen gibt«

Beim ersten gemeinsamen Auftritt von Kurz und Kogler am Dienstagnachmittag war man jedenfalls um einen möglichst harmonischen Auftritt bemüht: Kurz erkannte in den „respektvollen“ Sondierungen eine „gute Vorübung für Koalitionsgespräche“. Der ÖVP-Chef blieb bei einer Einschätzung über Erfolgschancen für Türkis-Grün aber vage: „Letztlich werden wir erst am Ende sehen, ob sich zwei sehr unterschiedliche Parteien auf ein Regierungsprogramm einigen können.“

Eine Spur optimistischer, Kogler: Der konnte kein Themengebiet ausmachen, wo es „nicht irgendeine Art der Überschneidung“ gebe.

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© TZOe

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