Anschlag auf Koalitions-Gespräche?

Junge Grüne: "Wir wollen keine Österreicher sein"

Einige Wiener Grüne könnten die positive Koalitions-Stimmung kippen: Zum Nationalfeiertag provozierten sie im Web mit dem Slogan "Wir wollen keine Österreicher sein." Die ÖVP ignoriert die Provokation.

Für viele politische Beobachter war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis die ultralinken Fundamentalisten unter den Grünen versuchen, die aktuellen Sondierungsgespräche für eine türkis-grüne Koalition zu stören. Jetzt schickte die grünalternative Jugend Wiens den ersten Torpedo los: Am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, stellten die jungen Grünen ein Posting auf ihre Socialmedia-Seite, das die ÖVP-Spitze mit ihrer Weltanschauung eigentlich nicht ignorieren könnte.

Ein Zitat aus dem Statement: "Wir wollen keine Österreicher sein. Sondern Menschen." Und weiter: "Keine Nation und kein Staat haben es verdient, gefeiert zu werden. Auch Österreich nicht. Politische Kämpfe für Gleichberechtigung, für eine saubere Umwelt und für die Überwindung der Klassengegensätze sind international."

Bekannt durch "Flaggerl & Gaggerl"

Die grünalternative Tochter der Wiener Grünen machte ohnehin nie ein Hehl aus ihrer tatsächlichen Einstellung zu Österreich. Ihr Kampagnen-Spruch "Nimm dein Flaggerl für dein Gaggerl" wurde 2008 bundesweit bekannt und der von dieser Truppe verbreitete Sager "Wer Österreich liebt, muss scheiße sein" sorgte ebenfalls für ziemlich viel Kritik. Die FPÖ bezeichnete diese Gruppe sogar als "Tarnorganisation heimatverachtender Kommunisten". Die Mutterpartei hielt sich mit mahnenden Worten auffallend zurück.

© Screenshot (Twitter)

Auf Twitter sprechen sich die Mitglieder der Grünen Jugend immer wieder gegen eine Koalition zwischen Grün und Türkis aus.

Und die jungen grünen Fundis haben schon einmal klar gezeigt, was sie von Koalitionsgesprächen ihrer Partei-Realos mit der ÖVP halten: Im Jahr 2002 haben sie den Parlamentsklub der Grünen besetzt, um gegen die damaligen Verhandlungen mit Wolfgang Schüssel zu demonstrieren.

Für ÖVP-Chef Sebastian Kurz wird spannend, ob seine grünen Gesprächspartner bei den Sondierungstreffen - Kogler, Anschober, Hebein - die linksradikalen Gruppierungen in ihrer Partei weiter unter Kontrolle haben. Sonst könnte Sebastian Kurz das drohen, wovor der Ex-Parlamentarier Marcus Franz auf Twitter warnte: "Eine Koalition mit den Grünen wäre der Ikarus-Flug des jungen Kanzlers."

Richard Schmitt

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