Rote Schlamm-Schlacht um Beratervertrag für Lercher

Aufregung um ÖSTERREICH-Story

Rote Schlamm-Schlacht um Beratervertrag für Lercher

Wegen einer ÖSTERREICH-Story über Beratergagen fliegen in der SPÖ jetzt die Fetzen.

In der SPÖ ist am Wochenende Krieg ausgebrochen: Max Lercher, seines Zeichens "SP-Rebell" und Ex-Parteimanager, gegen die aktuelle SPÖ-Spitze in der Wiener Löwelstraße. Seit der Wahlniederlage am 29. September nimmt sich der Steirer kein Blatt mehr vor den Mund und fordert eine Neugründung der Partei. Wie ÖSTERREICH am Samstag aufdeckte, hat Lercher aber als Geschäftsführer der SP-nahen Leykam Medien AG einen hochdotierten Beratervertrag mit der SPÖ abgeschlossen. Konkret geht es um 20.000 Euro im Monat.

Steirer gegen Bundes-SPÖ, Länder gegen teure Berater

Beim SPÖ-Parteivorstand am Freitag wurden auf Drängen der roten Parteijugend vier Beraterverträge, darunter jener mit Leykam, offengelegt. Einige Funktionäre hatten den Eindruck, dass das Gefühl vermittelt werden sollte, Lercher würde die vollen 20.000 €einstreichen. Gestern glühten die Telefonleitungen bei den Roten. Lercher schießt schließlich in einem Facebook-Posting gegen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und ihren neuen Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch: Es habe "eine Grenzüberschreitung" stattgefunden. Denn als Rendi ihn 2018 als Bundesgeschäftsführer durch Thomas Drozda ersetzte, hätten beide Lercher um anhaltende "Unterstützung" gebeten. Tatsächlich wurde der Vertrag mit Leykam abgeschlossen, nachdem es einen Aufstand der steirischen SPÖ gegen Lerchers Ablöse gab.

Sein Gehalt als Leykam-Geschäftsführer habe sich dadurch aber nicht verändert, betont Lercher im Posting, es betrage 6.000 Euro brutto. Ganz abgesehen vom Beratervertrag zählt Lercher mit seinem künftigen Gehalt als Nationalrat (8.600 Euro) zu den roten Topverdienern.

Boomerang? Währen sich die steirische SPÖ jetzt auf die Bundespartei einschießt, hat die ÖSTERREICH-Story in einigen SP-Ländern erneut die Kritik an überteuerten Beraterverträgen entfacht. "Gerade in Zeiten, in denen die Partei sparen muss, ist das unverständlich. Wie viele Verträge brauchen wir denn noch?", ärgert sich ein Roter in ÖSTERREICH. Der schwelende rote Konflikt ist damit zum offenen geworden.

Die neue Affäre bringt auch Dynamik in den steirischen Wahlkampf. ÖVP und FPÖ fordern Lercher auf, den Vertrag offenzulegen. Dieser beruft sich darauf, er sei im Vertrag zu Geheimhaltung verpflichtet. Er ersucht aber die SPÖ, ihn von dieser zu entbinden.

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