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Skandal beim Kommers

Anzeige wegen "Hitler-Gruß"

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verstoßes gegen Verbotsgesetz. Die Burschenschafter weisen die Kritik zurück.

Ein Zeitungsbild könnte einem Teilnehmer am Kommers der schlagenden Burschenschafter, der am Samstag in Innsbruck stattgefunden hatte, nachträglich zum Verhängnis werden. Das Bild zeigt einen älteren Herren, der die rechte Hand mutmaßlich zum "Hitlergruß" erhoben hat. Die Tiroler Sicherheitsdirektion wurde jedenfalls mit Ermittlungen wegen Verbrechen gegen das Verbotsgesetz beauftragt, gab der zuständige Staatsanwalt Hans-Jörg Mayr an.

Die Arbeitsgruppe jener schlagenden Burschenschaften, die am vergangenen Samstag in Innsbruck den umstrittenen Festkommers organisiert hat, hat am Montagabend Vorwürfe zurückgewiesen, Mitglieder hätten bei der Veranstaltung den "Hitler-Gruß" verwendet. Es habe sich um einen "antifaschistischen Treueschwur" gehandelt.

Kampfhymne des antifaschistischen Untergrundes
Bei den Vorwürfen handle es sich "um eine üble Unterstellung". In Wahrheit sei es "die erhobene Schwurhand zu der letzten Strophe des "Südtiroler Trutzliedes" gewesen. Darin heiße es "Erhebt nun eure Hände zum Schwure hoch und hehr ..." Das zu Beginn der 1920-iger Jahre gedichtete "Trutzlied" sei "die heimliche Kampfhymne des antifaschistischen Untergrundes gegen die faschistische Gewaltherrschaft in Südtirol" gewesen und "auf heimlichen Versammlungen gesungen" worden.

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Foto: (c) Tiroler Tageszeitung (TT)

Zu dem Vorfall soll es kurz vor dem Ende der Veranstaltung gekommen sein, als die Burschenschafter gegen 0.30 Uhr nachts ein letztes Lied anstimmten. Abgedruckt wurde die Aufnahme in der Montagsausgabe der "Tiroler Tageszeitung". Auf der Fotografie ist das Gesicht des Mannes nicht zu erkennen, da er von hinten aufgenommen wurde.

Der Festkommers der Burschenschafter hatte in Innsbruck im Vorfeld für Spannungen gesorgt. Ein Großaufgebot der Polizei sollte mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Die beiden Gegenkundgebungen mit rund 2.000 Teilnehmern verliefen aber friedlich und ohne gröbere Zwischenfälle. Martin Graf, umstrittener Dritter Nationalratspräsident und selbst Mitglied der schlagenden Wiener Burschenschaft Olympia, hielt eine Festrede, in der er mit den Medien hart ins Gericht ging. Er forderte "echte Pressefreiheit" und "unabhängig Medien".

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