Martin SCHLAFF

Korruptions-Sumpf

Bangen vor dem U-Ausschuss

Der letzte 
Zeuge: Entschlägt sich Milliardär Schlaff der Aussage über Politdeals?

Der Korruptions-U-Ausschuss wird nun, wie berichtet, von der Koalition schlicht abgedreht.

Vor dem Ende könnte es aber noch einen Schrecken geben: Der geheimnisumwitterte Milliardär Martin Schlaff hat sein Kommen für Donnerstag überraschenderweise zugesagt. Im U-Ausschuss wollen ihn dann die Mandatare zu den Ostgeschäften der Telekom befragen.

Mittlerweile ermittelt allerdings auch die Justiz gegen Schlaff . Er kann sich daher der Aussage entschlagen.

Vor ihm dürften sich maßgebliche ehemalige und aktive Politiker sämtlicher Couleurs jedenfalls etwas fürchten. Schlaff hatte Zugang zu roten, schwarzen, blauen und orangen Spitzenpolitikern. Dass der U-Ausschuss am 16. Oktober endet – obwohl vieles noch nicht geklärt wurde –, echauffiert nach wie vor die Opposition. Sie will die Korruptionsfälle mittels Parlamentssondersitzungen weiterspielen.
 

Schlaff und Fischer im Visier der Justiz

Nach Hausdurchsuchungen ermittelt Staatsanwaltschaft gegen 6 Personen im Telekom-Deal.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, bestätigte gegenüber Ö1, dass die Anklagebehörde mittlerweile gegen sechs Personen rund um die Telekom-Ostgeschäfte ermittelt.

Auch der geheimnisumwitterte Geschäftsmann Martin Schlaff ist nun im Visier der Justiz. In den Ermittlungen soll es um angeblich fragwürdige Provisionszahlungen rund um den Kauf des weißrussischen Mobilfunkanbieters Velcom, der 2007 eingefädelt wurde, gegangen sein. Damit wird sich am Donnerstag auch der U-Ausschuss im Parlament beschäftigen.

Zudem hat eine Hausdurchsuchung bei dem Telekom-Kronzeugen Gernot Schieszler offenbar zu neuen brisanten Unterlagen geführt.

Es geht erneut um unerklärlich hohe Summen, die die Telekom für offenbar nicht erbrachte Leistungen zahlte. Der Verdacht: Kickback-Zahlungen, die auch Ex-Politiker betreffen sollen.

Besonders unter Druck stehen nun die ehemaligen Telekom-Bosse Rudolf Fischer und Boris Nemsic. Schieszler gab vor der Justiz an, in deren Auftrag gehandelt zu haben.

Das Nachrichtenmagazin Profil berichtet zudem darüber, dass Schieszler ausgesagt habe, dass Fischer und Nemsic 2007 1,24 Millionen Euro an Beratungshonoraren für die geplante Übernahme eines weißrussischen Festnetzbetreiber erhalten hätten.



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