Wann Kneissl Putin wirklich einlud, wer die Fäden zog, wann er zusagte

Politik-Insider

Wann Kneissl Putin wirklich einlud, wer die Fäden zog, wann er zusagte

Derzeit kursieren unterschiedliche Varianten darüber, wie ernst Kneissl die Einladung an Wladimir Putin gemeint hatte. ÖSTERREICH-Recherchen ergeben nun ein klares Bild.

Die von der FPÖ nominierte Außenministerin hat den russischen Staatspräsidenten im Zuge seines Staatsbesuches in Wien Anfang Juni in einem sehr kurzen Gespräch explizit zu ihrer Trauung eingeladen. Der Kremlchef nahm die Einladung damals nur zur Kenntnis.

Regierungskollegen rechneten zu diesem Zeitpunkt nicht mit einer Zusage. Aber die Diplomatin bat ihre Russlandbeauftragte, Ex-Moskau-Botschafterin Margot Klestil-Löffler, nachzuhaken. Sie hat seit 20 Jahren einen persönlichen Draht zum russischen Staatschef und erinnerte ihn mehrmals an die Hochzeit. Ein Insider berichtet: „Sie hat ihn explizit gebeten, zur Hochzeit zu kommen.“

Timing

Die Zusage des Kremls kam dann am vergangenen Dienstag – als Putin wusste, dass er am 18. August einen Termin mit Angela Merkel in Berlin haben würde. Kneissl informierte am 14. August Kanzler Sebastian Kurz, der ursprünglich nicht zur Hochzeit kommen hätte sollen. Er sagte am 15. August zu. Kneissl war Putins Anwesenheit jedenfalls sehr wichtig.

Erster Auftritt Kneissls mit EU-Mogherini, dann auf die Alm

Nach der großen Hochzeitsshow am Samstag ging es für Karin Kneissl weiter in die Flitterwochen nach Kroatien.

Allerdings kann sich die Außenministerin, die mit ihrer Einladung an Wladimir Putin und dem Knicks nach dem Walzertanzen mit dem russischen Präsidenten durch die internationalen Medien ging, nur eine Woche Auszeit gönnen. Ihr erster offizieller Termin nach den Flitterwochen dürfte ganz nach ihrem Geschmack sein:

Am Montag wird sie mit dem Generaldirektor der UN-Organisation für industrielle Entwicklung. Li Yong, in Alpbach diskutieren. Dort – wo ebenfalls gerne Tracht getragen wird – wird sie auch auf Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Sebastian Kurz treffen. Und wohl die eine oder andere Debatte auslösen.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten