Welt blickte auf Österreich
Die große Putin-Show in Wien
© OE24
Putin ließ sich lange Zeit: Letztlich waren es satte 49 Minuten, die Präsident Alexander Van der Bellen auf seinen russischen Amtskollegen warten musste. Die übliche Putin-Verspätung.
Putin ließ alle warten: 49 Minuten zu spät in Hofburg
Um 14.13 Uhr näherte sich Putins Konvoi – auch 7 russische Minister waren mit – schließlich der Hofburg. Erst rollten vier Polizeimotorräder in den Hof, gefolgt von sechs Begleitfahrzeugen. Dann stieg Putin wippend und lächelnd aus dem Wagen mit der russischen Trikolore am vorderen Kotflügel und wurde von Van der Bellen begrüßt. Nach der Hymne schritten sie an der Ehrengarde vorbei.
Russlands starker Mann gab den Spalier stehenden österreichischen Ministern Karin Kneissl und Elisabeth Köstinger sowie den Landeshauptleuten Michael Ludwig, Johanna Mikl-Leitner und Hans Niessl die Hand. Über die Adlerstiege ging’s zum zweistündigen Arbeitsgespräch.
VdB ließ aufhorchen: Keine Vertrauenskrise mit Russland
Danach stellte man sich der Weltpresse: 90 russische Reporter kamen mit Putin nach Wien, ebenso wie Korrespondenten aus Deutschland und Frankreich. Putin betonte die „traditionell partnerschaftliche Beziehung“.
Nur vier ausgewählte Journalisten – je zwei aus Russland und Österreich – durften je eine Frage stellen. Dabei ließ Van der Bellen außenpolitische Distanz vermissen: „Ich sehe die grundsätzliche Vertrauenskrise gegenüber Russland nicht“, meinte er auf die Frage nach einem zunehmenden Glaubwürdigkeitsproblem Russlands angesichts der Krisen in der Ukraine und in Syrien.
Charme-Offensive bei Talk mit Kurz & Vize Strache
Im Bundeskanzleramt traf sich Putin mit Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache zum rund halbstündigen Austausch. „Ich hatte gute und offene Gespräche mit Putin“, zieht Kurz in ÖSTERREICH Bilanz. Bei der Pressekonferenz nannte er Russland eine „Supermacht“, mit der er lieber eine „Win-win-Situation als eine Lose-lose-Situation“ hätte.
Unter „Aufsicht“ des Kanzlers und des Präsidenten unterzeichneten dann Minister beider Länder neue Abkommen.
Als Geschenk für Putin gab’s übrigens extra angefertigte Ski aus Mittersill.
Schrecksekunde am Weg zur Kranzniederlegung am Schwarzenbergplatz: Ein lauter Knall klang wie ein Schuss, war aber nur ein Reifenplatzer. Ein Heimspiel hatte Putin vor 350 Unternehmern in der Wirtschaftskammer mit deren Neo-Chef Harald Mahrer.
Dabei wurde über 28 Projekte mit einem Wert von 2,82 Mrd. Euro gesprochen, davon wurden 14 Kooperationsvereinbarungen über rund 330 Mio. Euro bereits unterzeichnet.
Letzte Station war dann das Kunsthistorische Museum, bevor Putin am späten Abend zurück nach Moskau flog.
Putins Nacht im Museum
Putin eröffnete am Abend mit Präsident Van der Bellen und Kanzler Kurz die Ausstellung „Die Eremitage zu Gast in Wien“. Je 14 Bilder aus dem weltberühmten St. Petersburger Museum und dem KHM werden gezeigt. Einträchtig nebeneinander sind Kaiserin Maria Theresia und ein Bildnis von Katharina der Großen zu sehen. Aus St. Petersburg kommen Kostbarkeiten wie ein Selbstporträt von Van Dyck, ein Gemälde von Botticelli und Rembrandt. Putin lobte: „Das ist ein einmaliges Experiment, so etwas hat es meiner Auffassung nach noch nie gegeben“. Der Präsident blieb bis 21 Uhr. Dann raste sein Konvoi zum Airport, seine Maschine hob gegen 21.45 Uhr nach Moskau ab.
Putin besucht das Kunsthistorische Museum
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Putin: "EU-Sanktionen sind schädlich für uns alle"
Nach dem Treffen mit Van der Bellen & Kurz sprach Putin zu den Journalisten.
- Putin über Österreich: „Österreich ist für uns in Zukunft sehr bedeutend. Wir haben nicht nur eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Energiesektor, es geht um 20 Bereiche, die wir besprochen und ausgearbeitet haben. Wir haben gute Perspektiven.“
- Über die Sanktionen: „Sanktionen sind politisch motivierte Begrenzungen, eine sehr einseitige Sache. Sie sind schädlich für alle. Für uns war das in der Vergangenheit natürlich nicht einfach, aber wir haben es geschafft. Alle sind daran interessiert, dass die Sanktionen aufgehoben werden.“
- Über Austro-Hilfe beim Aufheben der Sanktionen: „Wir verstehen, dass es für jedes EU-Land schwierig ist, das Thema anzusprechen. Das wird Russland aber nicht daran hindern, seine Beziehungen zu Österreich weiterzuentwickeln.“
- Über den Krieg in Syrien: „Wir registrieren den humanitären Einsatz der Österreicher, sich um die syrische Bevölkerung zu kümmern. Will man die Migrantenströme reduzieren, müssen alle dazu beitragen, dass die Menschen in ihre Häuser zurückkehren und friedlich leben können.“
Kurz über Gespräche mit Putin: "Interessant und freundlich"
Der Kanzler schildert für ÖSTERREICH sein Treffen mit dem russischen Präsidenten. "Ich hatte heute gute und offene Gespräche mit Präsident Putin. Er ist ein stets sehr gut informierter, interessierter und freundlicher Gesprächspartner. Wir haben viele bilaterale und internationale Fragen, darunter auch schwierige Themen, besprochen. Wir setzen uns dafür ein, Dialogkanäle offenzuhalten. Das ist notwendig für ein positives Miteinander auf unserem Kontinent.
Ein wichtiges Thema heute war, wie wir die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Russland noch ausbauen können, insbesondere wirtschaftlich.
Ich habe aber auch den notwendigen Dialog über Menschen- und Bürgerrechte sowie die Beziehungen zur EU angesprochen. Als überzeugtes Mitglied der EU tragen wir die EU-Sanktionen mit, hoffen aber auf Fortschritte in der Ostukraine bei der Erfüllung der Minsker Abkommen, damit wir Zug um Zug die EU-Sanktionen abbauen können.
Ich habe auch betont, dass Russland als Supermacht eine enorme internationale Bedeutung, aber auch eine große Verantwortung hat. Wir hoffen und erwarten uns, dass Russland diese Verantwortung wahrnimmt, um in den Konflikten in Syrien und der Ukraine eine politische Lösung zustande zu bringen.“
Kranzniederlegung am Schwarzenbergplatz
Wie auch bei vergangenen Besuchen hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstagabend am Schwarzenbergplatz einen Kranz niedergelegt, um an die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung von Wien im April 1945 zu erinnern. Begleitet wurde Putin von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) sowie der Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler (ÖVP).
Wladimir Putin, der mit deutlich mehr als einer halben Stunde Verspätung eintraf, schritt zunächst mit Kneissl eine Ehrenformation des österreichischen Bundesheeres ab. Er trat auf das Denkmal zu und justierte einen Kranz nach. Nach kurzem Innenhalten brach Putin zum nächsten Termin Richtung Wirtschaftskammer auf.
Rigorose Personenkontrollen sorgten für Verzweiflung
Vor dem Eintreffen des Staatschefs hatten rigorose wie langsame Personenkontrollen, die russische Behördenvertreter am Rand des Schwarzenbergplatzes durchführten, für Unmut unter akkreditierten österreichischen Journalisten gesorgt. Bedingt durch die deutliche Verspätung Putins schafften es die Medienvertreter letztlich aber doch zum Termin. Außerhalb der Sperrzone hatten sich zudem Passanten, darunter zahlreiche gebürtige Russen, angesammelt, die aus der Ferne einen Blick auf den Gast aus Moskau erhaschen wollten.
Alle Entwicklungen und Ereignisse gibt es auf Seite 2 im Live-Ticker zum Nachlesen.
+++ LIVE-Ticker +++
Mittlerweile verabschiedete sich Putin aus dem Museum - und wir verabschieden uns auch
"Der Konvoi hat die Stadt verlassen", bestätigt die Polizei gegenüber ÖSTERREICH. Um 21:45 Uhr hob Putin wieder Richtung Moskau ab. Danke für's fleißige Mitlesen!
Ski für Putin
Kurz, Strache und WKO-Präsident Harald Mahrer übergaben dem russischen Staatsoberhaupt noch in der Hofburg zusammen ein Paar Ski. ÖSTERREICH fragte genauer nach. Dabei handelt es sich um ein Paar Nordica aus Mittersill. Eigens für Putin wurden sie sogar mit der russischen Flagge gebrandet.
Präsidenten-Duo hat Kooperationsschau im KHM eröffnet
"Ihre Anwesenheit am heutigen Abend ist eine Auszeichnung", streute Van der Bellen seinem Amtskollegen Rosen.
Ausstellungseröffnung
Putin wird dort eine Ausstellung mit Werken aus der Eremitage in St. Petersburg im Kunsthistorischen Museum auf dem Programm.
Weiter geht's ins Kunsthistorische Museum
Putin hält seine Rede in der Wirtschaftskammer
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Putin ist nun auf dem Weg in die Wirtschaftskammer
Dort soll der russische Präsident eine Rede halten. Mehrere Hundert russische und Austro-Unternehmer treffen hier aufeinander.
Putin andächtig am Schwarzenbergplatz
Kneissl und Putin am Denkmal der Roten Armee
Putin ist am Schwarzenbergplatz angekommen
Gemeinsam mit Außenministerin Karin Kneissl hält er vor dem Denkmal der Roten Armee an
Hunderte warten auf Putin & Co.
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Nun steht eine Kranzniederlegung am Schwarzenbergplatz auf dem Plan
Pressestatement beendet
Putin bedankt sich abschließend bei Kurz und beide verlassen den Raum
Putin und Syrien
Putin: "Registrieren Österreichs Angebot humanitäre Projekte in Syrien zu unterstützen, um der syrischen Bevölkerung zu helfen"
Putin und die Gaslieferungen nach Österreich
Putin setzt vor allem die Gaslieferungen Russlands an Österreich in den Vordergrund. Nur Minuten vorher unterzeichneten OMV und Gazprom einen Vertrag, der die Gaslieferung für weitere Jahre sichert.
Putin bedankt sich bei Kurz für das gute Gespräch und die gute Zusammenarbeit
Auch er beginnt sein Statement mit der Betonung der wirtschaftlichen Vorteile für beide Länder und hofft, dass diese Zusammenarbeit auch in Zukunft wachsen werde.
Mahnende Worte von Kurz
Aber auch werde sich Österreich einsetzen, dass das Verhältnis zwischen Russland und de EU sich wieder bessern werde.
Kurz ruft Russland zum Einsatz für den Frieden ein
Kanzler bezeichnet Russland als "Supermacht", die ihre Kräfte in den Krisengebieten, wie Ukraine oder auch Syrien auch positiv einsetzen solle. "Hoffen und erwarten uns auch, dass Russland den Menschen in den Krisengebieten das beschert, was sie sich wünschen und verdienen, nämlich Frieden"
Kurz betont wiederum die Investitionen und den guten wirtschaftlichen Austausch
Kurz begrüßt Putin in Wien
Der Kanzler betont die gute und pragmatische Zusammenarbeit "sogar in herausfordernden und schwierigen Zeiten"
Es geht los!
Nun machen sich Kurz und Putin für ihre Statements bereit
Nun werden reichlich Verträge unterzeichnet
Außenministerin Kneissl , sowie Vizekanzler und Sportminister Strache , aber zum Beispiel auch Umweltministerin Elisabeth Köstinger unterzeichneten mit ihren russichen Amtkollegen diverse Verträge vor der Presse.
Putin: Gespräch mit Kurz & Strache
10 Minuten habe das Gespräch zwischen Kurz und Putin gedauert, ehe auch Vizekanzler Strache dazustieß.
Handshake
Kurz & Putin stellen sich kurz für einen Handshake vor die Presse im Kanzleramt
Putin wechselt ins Kanzleramt
Als nächster Programmpunkt steht ein Treffen mit Kanzler Sebastian Kurz auf dem Plan
Das Pressestatement ist zu Ende!
Auch Van der Bellen sieht kein spezifisches Problem was Russland betrifft.
Putin weist Vorwürfe zurück
Putin weist den Vorwurf einer APA-Journalistin zurück, dass Russland im aktuellen Konflikt mit Europa ein Glaubwürdigkeitsproblem habe.
Übt Russland Druck mit der Gaslieferung auf Österreich aus, will ein Journalist wissen?
VdB: Es gibt den Vorbehalt mancher amerikanischer Politiker, dass Europa sich mit den Gaslieferungen in eine russische Abhängigkeit begebe. Allerdings mache es wenig Sinn für Europa, das viel teurere Flüßiggas aus den USA zu kaufen.
Putin: "Alle sind daran interessiert, dass diese Sanktionen aufgehoben werden sollen"
Die Sanktionen seien für alle schädlich und auch Russland sei an eine Aufhebung interessiert. "Wir werden unser Bestes tun, dass wir unsere Beziehungen weiterentwickeln", so Putin.
Van der Bellen sieht noch Wachstumspotenzial nach oben, auch Putin bestätigt dies
Ein russicher Journalist will willen, ob das Wachstumspotenzial der (Direkt-)Investitionen noch wachsen könne, auch im Hinblick auf die momentane politische Situation. Sowohl VdB als auch Putin beteuern die Wichtigkeit der gegenseitigen Investitionen in den verschiedensten Bereichen.
Jetzt sind Journalistenfragen erlaubt
Putin bedankt sich und beendet sein Statement
Putin: "Der Energiebereich ist eine wichtige Grundlage für uns"
Der Besuch sei gewidmet dem 50. Jubiläum russischer Gaslieferung nach Österreich. Diese Zusammenarbeit soll in den nächsten Jahren weiterhin fortgesetzt werden.
Putin bedankt sich bei Van der Bellen für die Einladung und betont ebenfalls die guten Beziehungen zu Österreich
Van der Bellen beendet sein Statement - "Präsident Putin ist für Sie sicher ein intererssanterer Gesprächspartner"
Auch die Situation Iran-USA-Europa war Thema zwischen Van der Bellen und Putin
Van der Bellen betotnt die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Österreich, Europa und Russland
Dennoch werde Österreich im Einklang mit der EU entscheiden und handeln.
7 Mrd. Euro betragen die jährlichen Direktinvestitionen Österreichs in Russland
Die russichen Investitionen in Österreich seien drei bis vier Mal so hoch, so Van der Bellen.
VdB will eine zusätzliche Plattform für den gemeinschaftlichen Dialog schaffen - in Sotschi solle die heuer noch eröffnet werden
VdB betont die russische Geschichte innerhalb seiner Familie
Seine Eltern hätten miteinander russisch gesprochen und auch die russische Literatur weiß er zu schätzen.
Van der Bellen: "Es war mir eine besondere Freude, dass Putin eine seiner ersten Auslandsreisen nach seiner Wiederwahl nach Österreich antrat"
Putin & Van der Bellen treten jetzt vor die Presse
Gleich geht es los!
Die Pressekonferenz ist für 16.10 Uhr angekündigt
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Es gibt auch eine Anti-Putin-Demo
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Van der Bellens Laune hat sich wieder gebessert
Van der Bellen und Putin ziehen sich jetzt in die Hofburg zurück.
Putin begrüßt die anwesenden Ehrengäste.
Van der Bellen und Putin schreiten die Ehrengarde ab
Jetzt werden die Hymnen gespielt.
Putin ist endlich da!
Nicht nur der Himmel über Wien sondern auch Van der Bellens Laune verdunkelt sich. Langsam ist ihm die Ungeduld anzumerken.
Van der Bellen macht gute Laune zum bösen Spiel - immerhin kann er so die Sonne etwas genießen.
Alle warten
Van der Bellen, Köstinger, Mikl-Leitner, Ludwig & Co stehen vor der Hofburg und warten auf den Ehrengast
Alle wollen Putin sehen
Schaulustige sammeln sich an den Fenstern, um einen Blick auf Putin werfen zu können.
Warten auf Putin
Alles bereit für den Empfang mit militärischen Ehren. Nur der russische Präsident fehlt zurzeit noch.
Putin gelandet
Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Dienstagnachmittag mit circa 20 Minuten Verspätung in Wien gelandet. Das bestätigte die Präsidentschaftskanzlei der APA auf Anfrage. Putin war um circa 13.00 erwartet worden. Er wird etwas verspätet von Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Inneren Burghof empfangen.
35 Minuten Verspätung
Nach aktuellen Informationen soll sich der russische Präsident doch "nur" 35 Minuten verspäten.
Putin verspätet sich
Eigentlich hätte der russische Präsident um 13 Uhr in Wien landen sollen, der Flug dürfte sich jedoch um eine Stunde verspäten. Neue Ankunftszeit soll nun 14 Uhr sein, wie aus der Hofburg zu erfahren war.
Spürhunde im Einsatz
Auch Spürhunde sind im Rahmen des Besuchs von Putin in Wien im Einsatz.
Fans demonstrieren vor Hofburg
Etwa ein Dutzend Anhänger von Wladimir Putin, die nach eigenen Angaben von der Halbinsel Krim, aus Österreich und sowie aus Serbien stammen, demonstrieren seit 11.00 Uhr vor der Wiener Hofburg, um ihre Unterstützung für den russischen Präsidenten zu bekunden. Laut Angaben eines Polizeisprechers ist diese Kundgebung bis 17.00 Uhr angekündigt.
"Wir wollen den russischen Präsidenten hier begrüßen und unsere Dankbarkeit dafür ausdrücken, dass er die Krim 2014 vor ukrainischen Nationalisten gerettet hat", sagte die Aktivistin Jaroslawa Hiller, die ein T-Shirt mit "Die Krim gehört uns" trug und sich als Vertreterin der "russischen Diaspora von der Krim" vorstellte. Weitere Demonstranten schwenkten russische Fahnen und hielten Transparente, in denen Russland als "Bastion des Friedens auf Erden" bezeichnet wurde, zusätzlich ertönte die russische Hymne. Auffällig war auch ein offensichtlich serbischer Demonstrant mit einer großen Tätowierung, die Gavrilo Princip, den Todesschützen von Sarajevo 1914, mit Pistole im Anschlag zeigte.
Vorbereitungen laufen
Die Vorbereitungen im Rahmen des Arbeitsbesuchs des russischen Präsidenten laufen.
Zwei Demonstrationen
Anlässlich des sechsten offiziellen Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Wien sind bei der Polizei zwei Demonstrationen angemeldet worden. Jene, die gegen den hohen Staatsgast protestieren, werden dies von 13.00 bis 18.00 Uhr vor dem Erzherzog-Carl-Denkmal am Heldenplatz tun, 50 bis 100 Personen sind angemeldet, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. Der Kundgebung "Freundschaft mit Russland" haben sich 15 Personen verschrieben, sie wollen ihre Meinung zunächst ebenso am Heldenplatz - außerhalb der Sperrzone - kundtun. Geplant ist dies von 11.00 bis 17.00 Uhr. Analog zum Programm Putins - der als weiteren Termin einer Kranzniederlegung vor dem Denkmal der Roten Armee auf dem Schwarzenbergplatz beiwohnen wird - demonstrieren die Russlandbefürworter auch von 17.30 bis 18.30 Uhr dort. Den Abschluss bildet der Burgring - von 18.45 bis 21.00 Uhr.
Mega-Limousine
Mit dieser Mega-Limousine wird Putin heute durch Wien cruisen.
Freund: Österreich muss europäische Grundwerte verteidigen
"Die österreichische Bundesregierung darf nicht aus den Augen verlieren, dass sie in drei Wochen den Ratsvorsitz übernimmt. In diesem Sinne muss auch der Besuch des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin in Wien gesehen werden. Es geht um europäische Grundwerte der Rechtstaatlichkeit, die die EU gegenüber Russland verteidigen muss", sp der außenpolitische Sprecher der SPÖ-EU-Abgeordneten Eugen Freund.
Reimon: "Pro-Putin bedeutet anti-europäisch"
Grünen-Politiker Michael Reimon kritisiert Putins Besuch in Wien: "Schwarzblau wird heute vor Putin in die Knie gehen. Die FPÖ hat schon längst angekündigt, sich während der Ratspräsidentschaft für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland stark zu machen. Und die ÖVP wittert den großen Geldregen bei pro-russischen Gas-Projekten wie Nordstream 2. Hier wird aus Eigeninteresse mit autoritären Staatsoberhäuptern kokettiert. Dabei ist Putins Ziel sehr klar: die Schwächung und Zerschlagung der EU. Sebastian Kurz und HC Strache sind dabei willige Gehilfen."
"Erstaunlicher" Besuch als Signal an Europa
Der Besuch sei "erstaunlich", sagte Emil Brix, ehemaliger österreichischer Botschafter in Moskau, vor Journalisten. Ursprünglich sei der Anlass das 50-Jahres-Jubiläum russischer Gaslieferungen nach Europa gewesen. Doch eigentlich sei es ein politischer Besuch. Diese erste bilaterale Auslandsreise des russischen Präsidenten nach den Wahlen am 18. März sei ein "Signal", erklärte der Direktor der Diplomatischen Akademie weiter. Ein Entgegenkommen gegenüber Europa werde nicht ausgeschlossen. Österreich werde in Moskau zwar nicht als besonders mächtiger, aber doch als ein "gewisser Player" gesehen. Und: "Österreich hat den Respekt vor der Großmacht Russland nie aufgegeben." Die Kontakte zwischen der FPÖ und der Kreml-Partei spielen dabei allerdings "kein Rolle", meinte Brix.
Kritik von NEOS und Menschenrechtsorganisationen
Kurz vor dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben NEOS und Menschenrechtsorganisationen Kritik geübt. "Die Bundesregierung verstrickt sich wieder einmal in außenpolitische Widersprüche", betonte NEOS-Europasprecherin Claudia Gamon anlässlich der Forderung von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), die EU-Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Zwei Menschenrechtsorganisationen - das Forum für Religionsfreiheit-Europa (FOREF, mit Sitz in Wien) und Human Rights Without Frontiers (Sitz in Brüssel) - kritisierten die Einschränkungen in Russland bei Grundrechten und Freiheiten: "Es gibt praktisch keine Meinungsfreiheit in den Medien - zugleich ist die Bevölkerung der vom Staat gelenkten Propaganda ausgesetzt; zahlreiche unabhängige Journalisten wurden ermordet."
Video zum Putin-Besuch
1.000 Soldaten schützen Putin in Wien
Das Bundesheer verstärkt anlässlich des Arbeitsbesuches von Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag die österreichische Luftraumsicherung. Dazu werde ein Flugbeschränkungsgebiet über Teilen Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlands errichtet, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag in einer Aussendung mit. Insgesamt schützen mehr als 800 Soldaten den russischen Präsidenten bei seinem Aufenthalt in Wien. Zusätzlich sind bis zu 150 Garde-Soldaten bei seiner Begrüßung im inneren Burghof der Hofburg zu seinen Ehren im Einsatz.
Der Zeitplan
Landung Putins in Wien
Begrüßung durch Bundespräsident Van der Bellen mit militärischen Ehren
Handshake der beiden Staatsoberhäupter
Pressegespräch der beiden Staatsoberhäupter
Unterzeichnung von Memoranden mit Bundeskanzler Kurz, anschließend Pressestatements
Kranzniederlegung vor Denkmal der Roten Armee mit u.a. Außenministerin Kneissl
Treffen in der Wirtschaftskammer mit u.a. Bundeskanzler Kurz, WKÖ-Präsident Mahrer, Präsident der russischen Handels- und Industriekammer Katyrin
1.000 Polizisten und Sperren
Mit Wladimir Putin kommt auch das Chaos nach Wien: 800 Polizisten, dazu Wega und Cobra werden im Einsatz sein, um für die Sicherheit des russischen Präsidenten zu sorgen. Aus dem gleichen Grund wird es in der City auch etliche Sperren geben und damit ein Verkehrschaos.
Außenministerin Kneissl über Putin-Besuch in Wien
Bei "Fellner! LIVE" sprach Außenministerin Karin Kneissl über den Besuch des russischen Präsidenten in Wien. Das Interview sehen Sie hier im Video:
Mehrere Sperrzonen
Ab 11.30 Uhr werden Bereiche um Hofburg, Helden- und Ballhausplatz sowie das Bundeskanzleramt gesperrt. Um 13:30 Uhr wird Putin eintreffen.
Ab 16 Uhr wird der Schwarzenbergplatz abgeriegelt. Putin wird um 18 Uhr einen Kranz vor dem Denkmal der Roten Armee niederlegen.
Ab 17.30 Uhr folgt dann die Sperre am Maria-Theresien-Platz, weil Putin dort am Abend mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Ausstellung „Die Eremitage zu Gast“ eröffnen wird.
Herzlich Willkommen zum oe24-LIVE-TICKER
Hier berichten wir aktuell über den Besuch des russischen Präsidenten in Wien.
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