Ein Tag mit dem Kanzler

Hinter den Kulissen

Ein Tag mit dem Kanzler

Am Anfang steht stets das Handy – immer griffbereit. INSIDER blickte hinter die Kulissen eines Arbeitstages des Kanzlers.

Wien. Es sei natürlich schon eine gewisse Umstellung, berichtet Sebastian Kurz über seine neue Koalition mit den Grünen. Nach 17 Monaten gemeinsamen Regierens mit der FPÖ ist das wohl keine Übertreibung. Insgesamt wirkt Sebastian Kurz entspannt beim Interview und lässt INSIDER einen Blick hinter die Kulissen werfen. Was macht er so an einem ganz normalen Arbeitstag im Kanzleramt? Eines ist sicher: Am Anfang steht beim tür­kisen Kanzler stets das Handy. Auf dem Weg von seiner Wohnung in Wien-Meidling ins Kanzleramt checkt er die Onlinemedien und Zeitungen auf seinem Handy. Er liest oe24 aufmerksam, kon­trolliert seine Nachrichten und telefoniert eifrig.
 
Dann informiert ihn sein Pressesprecher Johannes Frischmann über neueste innenpolitische Themen und Entwicklungen.
 
© Arno Melicharek
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Mit seiner außenpolitischen Beraterin Barbara Kaudel-Jensen und Sprecher Etienne Berchtold geht es anschließend um die Vorbereitungen seiner Davos-Reise. Kurz will nicht nur Kanzler der Innenpolitik sein. Im Gegenteil, er will sein außenpolitisches Profil weiter schärfen. Kurz sollte am Donnerstag und Freitag am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen – inklusive Termin mit Apple-Chef Tim Cook.
 
Das hört auch sein Küchenkabinett gerne, mit dem sich Kurz, so oft es geht, morgens um 9 Uhr – manchmal auch bereits um 8 Uhr – zusammensetzt. Mit dabei ist stets Kabinettschef Bernhard Bonelli sowie dessen Vize Markus Gstöttner. Diese beiden Herren sind für die Inhalte zuständig. Sie passen auch wirtschaftspolitisch auf, dass die ÖVP ja auf Mitte-rechts-Kurs bleibt. Für den Verkauf ist freilich Gerald Fleischmann zuständig. Manche nennen den Kommunikationschef und Medienbeauftragten auch den „Mister Message Con­trol“. Er passt penibel darauf auf, dass „der Chef“ stets im guten Licht dasteht und dass komplizierte Inhalte auch möglichst mediengerecht heruntergebrochen werden.
 
© Arno Melicharek
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Lisa Wieser wiederum, die ­Bürochefin im Kanzleramt, wacht über die Termine von Kurz und fordert Unterschriften ein, wenn sich die anderen bereits in Debatten über die kommende Regierungsklausur am 29. und 30. Jänner in Krems ergehen.
 
Die Stimmung in der kleinen Truppe ist freundschaftlich. Kurz hört gerne viele Meinungen. Er entscheidet schnell. Wenn es wichtig wird, kontaktiert er auch ein Mastermind, das an diesem Montag nicht im Bild ist: ­Stefan Steiner.
 

Penible Vorbereitung der 
Regierungsklausur

Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen Minis­terinnen Elisabeth Köstinger und Margarete Schramböck empfängt er seinen VP-Generalsekretär Axel Melchior und verabschiedet einen jungen VP-Mitarbeiter (Vincent), der studieren geht. Anschließend kümmert sich Kurz wieder um die erste Regierungs­klausur mit den Grünen, tele­foniert mit seinem Vizekanzler Werner Kogler und checkt wieder Messages auf seinem Handy. Er sei ein „angenehmer und empathischer Mensch“, sagen jene, die schon seit acht Jahren an seiner Seite sind. Seine Kritiker sehen das wohl anders.
 
Isabelle Daniel


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