Erste Anklage im Ibiza-Krimi

Kokain-Händler drohen 5 Jahre Haft

Erste Anklage im Ibiza-Krimi

Der INSIDER hat die 20-seitige Anklageschrift, der Inhalt ist hochbrisant: Die Justiz beschuldigt auch ­einen der Ibiza-Video-Haupttäter des Drogenhandels.

Slaven K. (53) gilt bei den Ermittlern des Bundeskriminalamts als einer der wichtigsten Komplizen des Drahtziehers des Ibiza-Video-Krimis, der am 24. Juli 2017 acht Stunden lang neben HC Strache, dem Ehepaar Gudenus und der „Oligarchin“ das Gespräch mitdirigiert hat.

Seit Monaten sitzen K. und seine Komplizin (34) bereits in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt: Bei einer Hausdurchsuchung in Salzburg haben Kripo und Cobra im Vorjahr bei ihm Waffen, Drogen und große Mengen Bargeld gefunden.

Jetzt wird K. der Drogenhandel und illegale Waffenbesitz vorgeworfen, nicht aber der Erpressungsversuch gegen Strache. Die Anklage verfasste jener Top-Staatsanwalt, der die Ibiza-Ermittlungen in Wien leitet.

Vorwürfe

Und diese 20 Seiten, die der Investigativplattform EU-Infothek.com und auch dem INSIDER vorliegen, sind extrem spannend:

  • So schreibt der Staatsanwalt, dass K. den Haupttatverdäch­tigen im Video-Krimi kannte und von ihm „eine größere Menge Kokain bezog“. Die Bekanntschaft sei in der Zeit K.s bei einem Sicherheitsunternehmen entstanden, „die nicht immer legal war“ (Zitat).
  • Insgesamt soll K. von dem Verdächtigen, der Johann Gudenus auch bereits in Wien zu Vorgesprächen vor dem Videodreh im Juli 2017 in der Finca auf Ibiza getroffen hat, bis zu 950 Gramm Kokain im Wert von 47.500 Euro für Konsum und Weiterverkauf erhalten haben.
  • Sogar am Tag der Veröffentlichung des Ibiza-Videos am 17. Mai 2019 soll es noch zu einer Drogenübergabe gekommen sein: K. hätte laut Staatsanwalt im Auto des Ibiza-Haupttatverdächtigen in der Nähe der A1-Autobahnabfahrt St. Valentin (OÖ) um 22 Uhr 200 Gramm Kokain übernommen.
  • Ebenfalls angeklagt ist der Besitz einer ČZ-Pistole, Kaliber 9  mm, sowie eines Rings mit einem versteckten Messer. Slaven K. gab mittlerweile zu, dass man ihm die Pistole vom Ibiza-Haupttatverdächtigen „zum 50. Geburtstag“ geschenkt hat.

© oe24

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Ibiza-Gesprächspartner von 
Strache wird massiv belastet

K. drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Die Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Versuchs der Erpressung des Ex-Vizekanzlers nach der ersten Videoveröffentlichung im Sommer des Vorjahres laufen noch weiter: K. steht im Verdacht, mit dem Haupttatverdächtigen die Filmaufnahmen in der Finca auf Ibiza organisiert und durchgeführt zu haben, um anschließend potenzielle Käufer für die Aufnahmen zu finden.

K.s Bekannter und mutmaßlicher Drogenlieferant, der in dieser Anklage massiv belastet wird, soll Anfang 2019 die Verhandlungen mit jenen deutschen Journalisten geführt ­haben, die den Zusammenschnitt des Videos dann veröffentlicht haben.

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