FP-Eustacchio in Rauferei verwickelt

"Jugendsünden"

FP-Eustacchio in Rauferei verwickelt

Der Grazer Wahlkampf gewinnt an Fahrt, ÖVP attackiert FPÖ.

Der bisher eher farblose Wahlkampf in Graz hat nun im Finale eine harte Note bekommen. Am Mittwoch griff die ÖVP den als Herausforderer von VP-Bürgermeister Siegfried Nagl auftretenden FPÖ-Spitzenkandidaten Mario Eustaccio persönlich an: In einem offenen Brief wurden Fragen zu Gewalttätigkeiten des jugendlichen Eustacchio sowie zu dessen aktuellem Umgang mit rechtsextremen Schlägern gestellt. Der Angegriffene wies die Vorhalte zurück, sprach von Diffamierungen und kündigte Klagen an.

"Raufereien und Blödheiten"
In dem im Namen der ÖVP Stadtparteileitung versendeten Schreiben wird Bezug auf anonyme Anschuldigungen genommen, wonach Burschenschafter Eustacchio (Jg. 1964) einen Jugendlichen niedergeschlagen und ein helfend eingreifendes Ehepaar ebenfalls verletzt haben soll. Dass es einen derartigen Vorfall nie gegeben hätte, beteuerte der FPÖ-Stadtrat schon im Oktober in der "Kronen Zeitung", räumte aber ein, "als 16-, 17-Jähriger Raufereien und Blödheiten" begangen zu haben. Damit konfrontiert, meinte Eustacchio am Mittwoch: "Ich habe damals einen Haufen Auseinandersetzungen, auch handfeste, gehabt. Darauf bin ich nicht stolz. Ich bin aber der Meinung, jeder verdient eine zweite Chance und diese habe ich genutzt. Ich habe daraus gelernt."

Kontakt mit rechtsextremen Schlägern
Der zweite Vorwurf bezieht sich auf Kontakte, die er mit rechtsextremen Schlägern pflege, konkret mit einem Brüderpaar, das wegen schwerer Körperverletzung und nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor Gericht stand bzw. steht. Eustacchio gab auf Befragen zu, mit einem der beiden Billard unlängst gespielt zu haben, verwies aber darauf, dass einer der beiden freigesprochen worden und der andere noch nicht rechtskräftig verurteilt sei.

Weiters bezeichnete Eustacchio, der im Wahlkampf dem ÖVP-Chef Bürgermeister Nagl eine Reihe von "Todsünden" vorgeworfen hat, seine Aussage in einem Interview mit der Wochenzeitung "Falter", Feminismus "zipft mich voll an" und als "das ständige Labern, den Frauen geht es so schlecht" als "bewusste Provokation."

Die Zusammenhänge, die von der ÖVP hergestellt und in Fragen gekleidet würden ("Ist es das, was Sie und die Grazer Freiheitlichen unter 'Schutz der Bevölkerung' verstehen?" und "Meinen Sie das, wenn sie davon sprechen, ' keine Täter verhätscheln zu sollen'?") seien laut Eustacchio "erbärmlich" und "widerlich". Er werde nicht antworten und "logischerweise" klagen. Schließlich handle es sich um „Dirty Campaigning der übelsten Sorte" und Verleumdungen.

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