Auf Stephansplatz

Freudenfeiern nach Tod Khameneis in Wien

Der Tod des iranischen Machthabers Ayatollah Ali Khamenei ist in der Nacht auf Sonntag auch in Österreich gefeiert worden.

Dutzende Personen demonstrierten am späten Samstagabend mit iranischen Fahnen auf dem Wiener Stephansplatz. Das zeigt unter anderem ein Video der Facebook-Seite "Esterreicherr":

"In Teheran feiern die Menschen. Free Iran", schrieb auch der Wiener Schauspieler und Kabarettist Michael Niavarani auf Facebook. "Vielleicht noch kurz: Die USA und Israel haben nicht den Iran angegriffen, sondern einem unterdrückten Volk geholfen, dessen Regierung vor einem Monat über 30.000 Menschen ermordet hat. Und jetzt besteht die Hoffnung auf eine echte persische Demokratie", betonte Niavarani in einem weiteren nächtlichen Eintrag. Ob dies eine Republik oder konstitutionelle Monarchie sein werde, "werden die Menschen im Iran selbst entscheiden in einer freien Wahl", fügte er mit Blick auf den Sohn des im Jahr 1979 gestürzten Shah, Reza Pahlavi, hinzu.

AI-Generalsekretärin: "Will in diesem Konflikt zu keiner Seite gehören"

Kritisch über die Militärschläge äußerte sich die Generalsekretärin von Amnesty International Österreich, Shoura Zehetner-Hashemi. Die Menschen im Iran stünden nun nämlich "vor einem Dilemma, das kaum in Worte zu fassen ist", schrieb die iranischstämmige Menschenrechtsaktivistin ebenfalls auf Facebook. Einerseits gebe es "eine theokratische Diktatur, die den Menschen buchstäblich die Luft zu Atmen nimmt" und andererseits die Aussicht auf "eine von den USA installierte Diaspora-Marionette, die das Land weder kennt noch versteht".

"Wird es danach freie Wahlen geben - wirklich freie, bei der alle Parteien antreten dürfen? Und was, wenn dann nicht die erhoffte pro-westliche Partei gewinnt? Gibt es irgendjemanden, der einen glaubwürdigen Plan für den Systemwandel und den erforderlichen Staatsumbau hat - und die Kompetenz und Legitimation, ihn umzusetzen? Was passiert mit den hunderttausenden Revolutionsgardisten? Werden sie alle gehängt? Diese Fragen werden nicht gestellt, weil die Antworten unbequem sind", so Zehetner-Hashemi. Sie selbst habe "vor allem Angst um meine Familie im Iran". Während mache in der iranischen Diaspora "eingewickelt in ihre Israel-Flaggen die Bomben feiern", wolle sie "in diesem Konflikt zu keiner Seite gehören".

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