Hosek will "Töchter" in der Bundeshymne

100. Frauentag

Hosek will "Töchter" in der Bundeshymne

Zum Frauentag entbrennt wieder eine Diskussion über die Bundeshymne.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) will anlässlich des morgigen 100. Frauentags einen neuen Anlauf unternehmen, die österreichische Bundeshymne um die "Töchter" zu erweitern. Hierzu müsse sich lediglich die gesamte Bundesregierung dazu bekennen, erklärte die Ministerin am Montag bei einer Aktion der SPÖ-Frauen auf dem für diesen Tag umfunktionierten Wiener "Heldinnenplatz".

Platz für Töchter
"Auch die Töchter sollen ihren Platz finden", stellte Heinisch-Hosek fest und möchte Familienstaatssekretärin Verena Remler (V) am Dienstag, am Rande des Ministerrats, diesen Vorschlag unterbreiten. Sie selbst singe bei der Hymne immer auch "Töchter", so die SPÖ-Frauenvorsitzende, die wiederholt auf die Ergänzung gedrängt hat. Für die Umtextung der Bundeshymne müsste sich laut Heinisch-Hosek der Ministerrat dazu bekennen und anschließend müsste man mit den Urheberrechtsinhabern, der Familie Molden, Kontakt aufnehmen.

Rechtsstreit
Ein derartiger Texteingriff hatte in der Vergangenheit zu einem Rechtsstreit geführt. Der Oberste Gerichtshof entschied erst im Jänner, dass es zulässig gewesen sei, im Rahmen einer Bildungsoffensive des Unterrichtsministeriums die Passage "Heimat bist du großer Söhne" um "und Töchter" zu ergänzen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März pocht Heinisch-Hosek auch darauf, Heldinnen vor den Vorhang zu holen: "Bei der Verleihung von Orden gibt es eine 85 Prozent Männerquote." Sie möchte deshalb Bundespräsident Heinz Fischer eine Liste mit Frauen, die Herausragendes geleistet haben, vorlegen.

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz erklärte bei der Aktion am "Heldinnenplatz": "Es wurde zwar bereits viel erreicht, aber wir haben noch nicht in allen Bereichen eine tatsächliche Gleichstellung." Sie wies auch auf die Demonstration für Frauenrechte am 19. März auf der Wiener Ringstraße hin.



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