Integrations-Stadträtin zur Schockstudie

Interview

Integrations-Stadträtin zur Schockstudie

Im Interview mit ÖSTERREICH bezieht Wiens Integrations-Stadträdtin Sandra Frauenberger Stellung.

ÖSTERREICH: Laut aktueller Studie hegen fast ein Drittel der Jugendlichen mit muslimischen Hintergrund in Wien Sympathien mit dem Jihadismus. Hätten Sie mit einer solch hohen Zahl gerechnet?

Sandra Frauenberger: Vorausschicken möchte ich, dass die Studie nur unter den Jugendlichen in der offenen Jugendarbeit durchgeführt wurde. Nachdem das eine ganz spezielle Gruppe Jugendlicher ist, lassen sich die Ergebnisse nicht auf alle muslimischen Jugendlichen umlegen. Als Integrationsstadträtin ist mir aber natürlich bewusst, dass Radikalisierung eine große Herausforderung ist.

ÖSTERREICH: Welche Gründe gibt es für die hohe Zahl an Gefährdeten?

Frauenberger: Die befragten Jugendlichen sind sehr jung, zwischen 14 und 16 Jahren. Vor allem Burschen sind zu diesem Zeitpunkt auf Identitätssuche, die oft mit Provokation und der Abgrenzung anderer verbunden ist. Extremisten nutzen diese Phase für ihre politischen Zwecke aus.

ÖSTERREICH: Wie wollen Sie nun gegensteuern? Welche Maßnahmen sind geplant?

Frauenberger: Die Studie zeigt auch, dass die Wiener Jugendeinrichtungen Jugendliche davor bewahren, auf die schiefe Bahn zu geraten. Wir müssen auf drei Ebenen ansetzen: den Jugendlichen das Rüstzeug geben, dass sie brauchen, um sich gegen die Fänge der Extremisten zu wehren. Die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter machen wir durch Schulungen fit für die Bewältigung dieser Herausforderungen. Nicht auslassen will ich aber auch die Eltern, die eine zentrale Rolle spielen und die wir durch Community-Arbeit erreichen müssen.

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