Justizminister Moser

Kammerl-Sex in Haft erfunden?

Justizminister attackiert 'Eislady'

Beantwortung parlamentarischer Anfrage: Begebenheiten können sich so nicht zugetragen haben.

Aufregung um ein Buch, das verbotene Sextreffen in der Haftanstalt Asten (OÖ) beschreibt: Geschrieben ist das Werk von einer der ­berühmtesten Insassinnen des Landes: Estibaliz C. (40), die sogenannte „Eislady“.

Seit der Veröffentlichung Anfang September ist das Buch auch politisch brisant. Eine parlamentarische Anfrage vom 19. September sollte klären, wie diese Sexkontakte hinter Gittern zustande kamen. Gestern antwortete der zuständige Justizminister Josef Moser (ÖVP): Laut ihm können diese Treffen, so wie beschrieben, nicht stattgefunden haben.

Er wies sein Personal an, die pikanten Sexdetails aus dem Buch "Zelle 14" auf ihre Machbarkeit hin zu überprüfen.

Zentral war ein Kammerl neben dem Fitnessraum, das nicht videoüberwacht sein soll. Laut Buch fanden hier die Schäferstündchen der 40-Jährigen und ihres Liebhabers, Mithäftling Martin L. (33), statt.

Laut Justiz war Kammerl-Sex zeitlich nicht möglich

„Der im Buch als ‚Kammer‘ bezeichnete Raum ist ein Lagerraum, der nur mit einem Schlüssel betreten werden kann. Es ist ausgeschlossen, dass die Insassin, wie im Buch beschrieben, in diesen gelangen konnte“, nimmt Minister Moser Stellung zu der Causa. Zudem sei der Alltag der Insassen „bis in den Intimbereich hinein hochgradig fremdbestimmt und kontrolliert“.

Überprüft wurden auch die Sportaktivitäten von Estibaliz C. und Martin L. hinter Gittern. Hier soll es zu „keinen zeitlichen Überschneidungen“ gekommen sein. Die Insassen seien in ständiger Begleitung, sodass sich die Gefangenen auf dem Weg zum Kammerl beim Fitnessraum nicht hätten treffen können. Trainingseinheiten würden darüber hinaus in getrennten Bereichen der Anstalt absolviert, hält Moser weiter fest. Ein Recht auf Geschlechtsverkehr gebe es auch nicht.

Überwachung

Das Forensische Zentrum Asten, in dem sich die verbotene Liaison abgespielt haben soll, ist laut Moser „nahezu vollständig videoüberwacht“. Nur die Hafträume, Büros von Bediensteten, WC-Anlagen und infrastrukturelle Räume, wie z. B. Lagerflächen, seien ausgenommen.

Estibaliz C. befindet sich seit 2011 in Haft. Im April 2008 und November 2010 erschoss sie ihre damaligen Lebensgefährten, zerstückelte sie und betonierte sie im Keller ihres Eissalons in Wien-Meidling ein.

L. Eckhardt

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