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Gusenbauer

Kein "Ablaufdatum" für Doppelspitze

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat betont, dass es sich bei der Doppelspitze für die SPÖ um keine befristete Konstruktion handelt.

"Es ist kein Ablaufdatum vorgesehen", sagte er im Interview mit dem ORF-"Report". Den Vorwurf einer provisorischen Lösung will er auch nicht geltenlassen: "Wir wissen als gelernte Österreicher: Was hält am längsten? Das Provisorium."

"Kein Konkurrenzverhältnis" zu Faymann
Zum geschäftsführenden Partei-Vorsitzenden Werner Faymann, der in den vergangenen Tagen in so mancher Zeitung mit lautstarken Lobeshymnen bedacht wurde, habe er "überhaupt kein Konkurrenzverhältnis", erklärte Gusenbauer: "Ich glaube, dass es unter den bestehenden Bedingungen wichtig ist, dass die Spitze breiter wird, und dass das Team stärker wird, um so verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Ich bin imstande, positive Bewertungen anderer nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern mich mit ihnen darüber zu freuen."

"Beweisen, dass es geht"
Aktuelle im "Report" präsentierte Umfragewerte, wonach sich 59 Prozent der Österreicher Faymann als SPÖ-Spitzenkandidat wünschen, aber nur 23 Gusenbauer, kommentierte letzterer gelassen. Und interne Kritiker an der Doppelkonstruktion will Gusenbauer überzeugen. Man müsse eben "dem durchaus pluralistischen Meinungsbild in der Sozialdemokratie dadurch Rechnung tragen, indem wir beweisen, dass es geht".

Bemühen um Vertrauenszuwachs
"Bis zur nächsten Wahl" werde er sich um einen Vertrauenszuwachs bemühen, sagte Gusenbauer. Die SPÖ müsse ihrer Anhängerschaft "klarmachen, was die sozialdemokratischen Haltegriffe in dieser turbulenten Zeit sind". Zum anderen müsse es gelingen, "mit unserem Koalitionspartner wesentliche Projekte zu verwirklichen". Er gehe weiterhin davon aus, "dass wir den Auftrag haben, bis 2010 zu arbeiten", sagte der Bundeskanzler trotz der Neuwahl-Spekulationen allerorten.

Spekulationen "amüsant"
Andere Spekulationen, nämlich jene über seine persönliche berufliche Zukunft, findet Gusenbauer "amüsant": Dass er als Berater in einen internationalen Baukonzern wechseln könnte, zum Beispiel. "Es ist natürlich ehrenvoll, für solche hoch bezahlten Tätigkeiten genannt zu werden. Ich weiß nicht, wie man überhaupt darauf gekommen ist. Ich kann Ihnen auch sagen: Es liegen keine konkreten Angebote vor."

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