Streit in der FPÖ-Spitze

Kurzmann contra Strache

Streit in der FPÖ-Spitze

Nach den Affären Königshofer, Scheuch und Graf droht neues Ungemach.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat FPÖ-Nationalratspräsident Martin Graf in der Causa Königshofer zurückgepfiffen. Dieser hatte sich kritisch zum Ausschluss Königshofers geäußert. „Stimmt nicht“, sagen jetzt Strache und Graf unisono. Das sei eine Falschinterpretation und Teil einer „Hetzkampagne“ gegen die FPÖ. Doch schon schert ein anderer Rechtsaußen aus: Während Strache sagt: „Ich habe alle Mitglieder des Vorstands und des Parteipräsidiums rechtzeitig vom Ausschluss informiert“, meint der Landesparteichef der Steiermark Gerhard Kurzmann ­gegenüber ÖSTERREICH: „Diese Aussage ist falsch.“

„Hätte informiert werden müssen“
„Wenn es das Präsidium betrifft, hätte man mich nicht nur informieren sollen, sondern auch müssen. Es wurde auch niemand anderer benachrichtigt, sonst hätte ich davon erfahren“, so Kurzmann.

Königshofer „nicht bewerten“
Über Königshofer wolle er nicht vorschnell urteilen, so Kurzmann, gegen den wegen des Moschee-­baba-Spiels ein Verfahren läuft. „Ich bin erst vor zwei Tagen aus dem Urlaub zurückgekommen und will das nicht bewerten.“ Königshofer habe jedenfalls das Recht, Berufung gegen seinen Ausschluss einzu­legen. „Da wird man dann sehen“, so Kurzmann.

In Bedrängnis
Neue Zores also für Strache, der bei einer Pressekonferenz am Montag eine vierzig Minuten lange Tirade gegen „Islamisten“, „Medien“ und „unkontrollierbare Zuwanderung“ vom Stapel ließ: Unter anderem behauptete er, dass ein Scheuch-Gegner einen Polizisten attackiert habe.

Polizei-Aktion wegen Anti-Scheuch-T-Shirt
Wolfgang Schneider (44) zog sich ein T-Shirt mit der Aufschrift „Uwe geh in Häfn! That’s part of the game“ an und ging damit zum Villacher Kirchtag. Bald darauf wurde er verhaftet.

Jetzt behauptet FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache: „Ich habe gesehen, wie er einen Polizisten mit den Fäusten attackiert hat.“ Es steht Aussage gegen Aussage. Denn die ORF-Journalistin Christine Grabner sagte, sie könne „bezeugen, dass Strache bei der Festnahme nicht dabei war“. Schneider sagt, er wäre von Polizei und FPK-Anhängern misshandelt worden.

K. Nagele

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