Christian Kern

Qual der Wahl

Kern muss sich jetzt entscheiden

SPÖ-Kanzler hat die Entscheidung zwischen politischer Pest und Cholera.

Christian Kern ist dieser Tage nicht zu beneiden. Der SPÖ-Kanzler muss zwischen politischer Pest und Cholera entscheiden: Lässt er sich vor staunendem Publikum seinen „Plan A“ nach allen Regeln der Kunst zerfleddern und rettet als „Lame Duck“ die Koalition? Oder zeigt er bewundernswerten Mut und springt von der rot-schwarzen Koalition ab?

Kerns Wahl ist ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken. Beide Szenarien – ein Festhalten an einem ungeliebten (Regierungs-)Partner oder eine Scheidung mit anschließender vorgezogener Nationalratswahl – bergen immense Risiken für ihn und die SPÖ.

Setzt Kern jetzt alles auf eine Karte?

Bleibt er in der Koali­tion, ohne nennbare Kompromisse mit der ÖVP zu finden, ist sein Macher-Image dahin. Dann, so fürchten die Seinen, blüht ihm das Schicksal von VP-Chef Reinhold Mitterlehner.

Wagt er hingegen den Sprung in Neuwahlen, kann das direkt in den Untergang – übersetzt: auf Platz zwei, wenn nicht sogar Platz drei – führen. Die ÖVP zeigt derzeit erstaunliche Härte. Sie glaubt, mit ­Sebastian Kurz in raschen Neuwahlen die SPÖ überholen zu können. Ein ebenso riskantes Spiel. Kern muss sich jetzt entscheiden. Keine leichte Wahl.



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