Der neue FPÖ-Chef Kickl grenzt sich „technisch“ von den Identitären ab. Dabei attackiert Kickl lieber die ÖVP als die rechtsextremen Identitären.
OE24.TV: Als Sie hier vor drei Wochen gesagt haben, Sie stehen zur Verfügung – dachten Sie, dass es so rasch geht?
Herbert Kickl: Damit habe ich nicht gerechnet. Wir haben deshalb von der Spitzenkandidatur geredet, weil die Situation in der Regierung so instabil ist.
oe24.TV: Sie haben sich mit Hofer ausgesprochen – hat er sich beschwert. dass Sie ihn kritisiert haben?
KICKL: Nein, ich war nicht der Auslöser. Es war einfach die Gesamtbelastung, irgendwann ist der Punkt erreicht, wo der Rucksack zu schwer ist. Aber er bleibt auf dem Spielfeld. Es ist nur die Aufstellung verändert worden. Und ich lasse jetzt offensiv auf Sieg spielen.
oe24.TV: Wird Hofer Dritter NR-Präsident bleiben?
KICKL: Natürlich, das passt für ihn am besten.
oe24.TV: Wird er Präsidentschaftskandidat?
KICKL: Seine Entscheidung. Das Amt ist ihm auf den Leib geschrieben. Ich gehe davon aus, dass die FPÖ ihn unterstützen wird.
oe24.TV: Wo stehen Sie politisch? Rechts außen?
KICKL: Rechts, Rechts-Mitte, das gefällt mir gut.
oe24.TV: Wie grenzen Sie sich vom rechten Rand ab?
Kickl: Was ist der rechte Rand? Die Nazi-Keule zieht nicht mehr. Die ist in Corona-Zeiten noch unwirksamer geworden.
oe24.TV: Rechter Rand wären die Identitären. Bleibt die Trennung zu dieser Gruppe?
Kickl: Selbstverständlich, da gibt es eine strukturelle Trennung, das ist ja ein eigenständiges Gebilde, eine Art rechte NGO.
oe24.TV: Das ist nicht ihr Ernst...
KICKL: Entscheidend ist: Stehen sie auf dem Boden der Verfassung und der Freiheitsrechte? Da ist mir nichts anderes bekannt. Wo ist das Problem? Dieselbe Gruppe findet gerade die Islamkarte der Frau Raab ganz toll, deswegen tritt die Frau Raab ja auch nicht zurück.
oe24.TV: Würden Sie eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben: Keine Koalition mit der Kurz-ÖVP?
KICKL: Das können Sie mir auch so glauben. Es werden aber bald andere Kräfte in der ÖVP das Sagen haben, sodass die türkise Blase bald ihr Ende findet. Viele gestandene Schwarze haben es längst satt, dass Karrieristen im Namen der ÖVP ihre Machtgelüste ausleben.