Kupferdiebstahl: Mikl-Leitner für Ausweispflicht

Für Metallhändler

Kupferdiebstahl: Mikl-Leitner für Ausweispflicht

Um Hehlerei einzuschränken - 8 Mill. Euro Schaden pro Jahr - Folgekosten höher.

Durch Kupferdiebstahl entsteht ein jährlicher Schaden von acht Millionen Euro, nicht eingerechnet die Folgekosten wie etwa ausgefallene Züge, die wesentlich höher einzuschätzen sind. Darauf wies Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) am Mittwoch vor Journalisten in Wien hin. Als weitere Maßnahme zur Bekämpfung dieser Form der Kriminalität will die Politikerin nun die Hehlerei erschweren, indem sich Verkäufer bei Altmetallhändlern ausweisen müssen.

Darüber hinaus sollen Händler nur noch maximal 50 Euro bar auszahlen, darüber liegende Beträge sollen auf ein Konto überwiesen werden. Nötig wäre dazu eine Änderung der Gewerbeordnung, die im Herbst erfolgen und Anfang kommenden Jahres in Kraft treten könnte, wie Mikl-Leitner sagte. Eine aus Vertretern mehrerer Ministerien bestehende Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema beschäftigt, wird morgen, Donnerstag, erstmals zusammentreffen.

Die Hot Spots in Sachen Kupfer(kabel)diebstahl befinden sich entlang von Bahnlinien, auf ÖBB-Baustellen und im Wiener U-Bahnnetz. Gestohlen und rasch sowie anonym zu Bargeld gemacht wird auch Grabschmuck, etwa Vasen. Mehr als ein Drittel der Diebstähle wird in Wien verübt, gut ein Viertel in Niederösterreich, zehn Prozent in der Steiermark, der Rest entfällt auf Tirol und Oberösterreich. Der Großteil der Täter kommt nach Erkenntnissen der Polizei aus Osteuropa und gehört einer mobilen ethnischen Minderheit an.

"Wir laufen Gefahr, zu einer Drehscheibe des Kupferhandels zu werden", warnte die Innenministerin. Der Grund dafür: Nach der Einführung einer Registrierungspflicht für Verkäufer bei Altmetallhändlern in Ungarn, der Slowakei und Tschechien im vergangenen Jahr weichen die Täter offenbar nach Österreich aus.

Damit verlor eine Fahndungsmaßnahme der Polizei an Wirkung: Kupferdiebe samt illegaler Fracht werden nicht mehr bei der Ausreise in diese Länder erwischt, da sie ihr Diebsgut lieber gleich in Österreich verscherbeln. Derzeit liegt der Kupferpreis bei 5,30 Euro pro Kilogramm. "Österreich hat ein sehr dichtes Kontrollnetz aufgebaut", sagte der Direktor des Bundeskriminalamts, Franz Lang. Die Polizei verfügt über eine Analysedatenbank, zusammen mit den ÖBB wurde schon vor Jahren eine Task Force eingerichtet. 23 bis 24 Prozent der Diebstähle werden aufgeklärt. "Das ist eine relativ gute Quote, sagen ausländische Kollegen", so Lang.

Altmetallhändler, die gestohlenes Kupfer erstehen, machen sich nicht strafbar, da sie in der Regel ohne Vorsatz handeln. Den Straftatbestand "fahrlässige Hehlerei" gab es laut Lang bis in die 1970er Jahre.

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