Doskozil als Umfrage-Turbo für Kickl

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Doskozil als Umfrage-Turbo für Kickl

Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Chefredakteur Niki Fellner.

Eigentlich müsste die SPÖ derzeit haushoch auf Platz 1 liegen: Die Teuerung ist das alles überschattende Thema, die Lohnverhandlungen stocken und die soziale Frage ist brennend wie schon lange nicht mehr. Alles spricht für die SPÖ. Eigentlich. Denn stattdessen hat Hans Peter Doskozil diese Woche eine Debatte über den Asyl-Kurs der SPÖ und Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gestartet. Welcher Teufel (oder Einflüsterer) ihn dazu geritten hat, weiß wohl nur Doskozil selbst.

Der rote Landeschef hat der FPÖ damit jedenfalls einen Elfmeter aufgelegt, den Kickl ins Kreuzeck verwandelt hat. Die FPÖ überholt die SPÖ nicht nur in der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage, Kickl zieht auch erstmals in der Kanzlerfrage (!) mit Rendi und Nehammer gleich, bei den Jungen unter 39 Jahren ist der FPÖ-Chef sogar schon auf Platz 1. Die Angst vor einem Kanzler Kickl ist (auch angesichts des Alternativ-Angebots der anderen Parteien) anscheinend nicht mehr so groß.

Und der Trend spricht für die FPÖ: In den Rohdaten der vergangenen Woche liegt die FPÖ sogar schon 2 % vor der SPÖ. Je größer der blaue Vorsprung in den Umfragen wird, umso salonfähiger (und vor allem wählbarer) wird Kickl für viele Öster­reicher.

Gut möglich, dass die FPÖ nach der nächsten Wahl auf Platz 1 liegt. Dann stellt sich nur noch die Frage: Wer traut sich, Kickl zum Kanzler zu machen?