Ein Kommentar von Gerald Grosz.
Fünf Jahrzehnte lang hielt das Mullah-Regime im Iran ein ganzes Volk im Würgegriff: Gefängnisse statt Freiheit, Folter statt Recht, Ideologie statt Zukunft. Wer diese Realität ausblendet, versteht die geopolitische Lage nicht. Teheran war nicht nur eine Diktatur nach innen – es war auch Exporteur des Fanatismus nach außen.
Terrornetzwerke, Milizen, Drohungen gegen Israel, Hasspredigten gegen den Westen: Das war keine Randerscheinung, sondern Staatsdoktrin. Doch moralische Empörung allein ersetzt keine Politik. Entscheidend ist nun, was Europa daraus macht. Denn die Folgen eines Konflikts im Nahen Osten landen erfahrungsgemäß rasch auf unserem Kontinent: islamistische Schläferzellen, steigende Energiepreise, neue Migrationsbewegungen. Wer hier überrascht tut, betreibt politische Realitätsverweigerung.
Die Aufgabe europäischer Politik ist daher glasklar: Sicherheit im Inneren, Kontrolle der Grenzen, strategische Energiepolitik statt ideologischer Selbstfesselung. Europa darf nicht wieder der naive Zuschauer sein, der die Konsequenzen fremder Konflikte ausbaden muss. Wer Freiheit verteidigen will, braucht nicht nur schöne Worte – sondern einen kühlen Kopf, klare Interessen und den Mut, sie auch durchzusetzen.