Minister wollte Geld für Hühner-Weitflug

Telekom-Prozess

Minister wollte Geld für Hühner-Weitflug

Der Telekom-Prozess offenbar­te Goodies des Konzerns für Politiker aller Parteien.

Wien. Die Aussagen von Ex-Telekom-Manager Rudolf Fischer haben es in sich: So flog u. a. Ex-Finanzminister Grasser mit Fischer zum Golfausflug nach Spanien – den Rückflug im Privatjet zahlte die Telekom. Zudem wurden Umfragen über Grasser finanziert. Schwarz-blaue Minister hatten auch skurrile Wünsche: FPÖ-Minister Mathias Reichhold habe ihn gebeten, eine Hühner-Weitflug-Meisterschaft zu sponsern, so Fischer – das lehnte er ab. Richterin Marion Hohenecker lachte Tränen. Ein Weinfest des seinerzeitigen Wiener Bürgermeisters Michael Häupl habe die Telekom sehr wohl gesponsert …

Reichhold: Hühner-Weitflug-Event diente gutem Zweck 

Der ehemalige Verkehrsminister Mathias Reichhold (FPÖ) will das heute im Telekom/Valora-Prozess thematisiert geplante Sponsoring für eine "Weitflug-Meisterschaft für Hühner" ins richtige Licht rücken. "Das war kein Selbstzweck, sondern eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Opfer der damaligen Flutkatastrophe", betonte Reichhold am Dienstagabend gegenüber der APA.
 
Damals, im Jahr 2002, habe es in Österreich die wahrscheinlich größte Flugkatastrophe in der Geschichte des Landes gegeben, woraufhin auch die Steuerreform verschoben worden und die Regierung geplatzt sei.
 
"Jeder hat irgendeine Veranstaltung gemacht, um den Leuten zu helfen", sagte Reichhold. Die Veranstaltung habe es davor schon zwei oder drei Mal gegeben, um behinderten Kindern zu helfen. "Das war der Ausgangspunkt für diese Veranstaltung. Der Reinerlös ist Kindern zugutegekommen. In dem Jahr ist er dann den Flutopfern zugutegekommen."

Spenden gesammelt

"Wir haben nichts anderes getan, als Spenden gesammelt. Und in dem Zusammenhang werde ich - ich kann mich nicht mehr erinnern daran - den Herrn Fischer oder Hochegger gefragt haben, ob die Telekom auch dabei wäre", sagte Reichhold. "Wahrscheinlich wäre es für das Image der Telekom besser gewesen, sie hätte dort eine Spende gegeben, als einen Privatjet zu finanzieren", so der Ex-Minister.
 
Im Prozess gegen die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger sowie den ehemaligen Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer hat Fischer heute ausgesagt, dass ein Minister zu ihm gekommen sei mit der Bitte, eine Hühner-Weitflug-Meisterschaft zu sponsern. Er habe abgelehnt.


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