UN-Blauhelm-Drama

Nach Schüssen: Unsere Soldaten kehren heim

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Zwei Leichtverletzte zurück - zwei Schwerverletzte werden in Israel behandelt.

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Nach Schüssen: Unsere Soldaten kehren heim

© APA, Ankunft in Schwechat

Nun hat der blutige Bürgerkrieg in Syrien auch Österreich erreicht: Zwei österreichische UNO-Soldaten wurden gestern um 14.50 Uhr in Damaskus angeschossen. Einer wurde am Arm, der andere an der Schulter verletzt. Zwei weitere Soldaten wurden durch Splitter leicht verletzt.

Verletzte bleiben vorerst in Israel
Die beiden schwerer Verletzten bleiben vorerst zur Behandlung in Israel.  Der 53-jährige Vizeleutnant aus dem Burgenland, der einen Steckschuss an der Schulter erlitt, sowie der 25-jährige Korporal aus der Steiermark, der am Arm angeschossen wurde, seien in Haifa in einem Spital - "das beste Spital dieser Welt, was Schussverletzungen betrifft". Dort erhalten sie "die beste medizinische Versorgung dieser Welt". Anfang nächster Woche werde beurteilt, ob sie nach Österreich ausgeflogen werden. Beiden gehe es gut, sie seien stabil. Es bestehe keine Lebensgefahr.

15 Kilometer vor Flughafen wurde Konvoi beschossen
Die Soldaten – am Golan stationiert – waren per UNO-Konvoi mit 100 österreichischen Blauhelmen und 50 kroatischen Militärs auf dem Weg zum Flughafen Damaskus. Auf der Flughafenstraße – rund 15 Kilometer vom Flughafen entfernt – wurde auf sie geschossen. Sie wurden von anwesenden österreichischen Sanitätern und Ärzten versorgt. Soldaten der syrischen Armee sperrten die Straße umgehend. Die beiden angeschossenen Österreicher, ein 53-jähriger Vizeleutnant aus dem Burgenland und ein 25-jähriger Korporal aus der Steiermark, befinden sich zur Behandlung in Israel.

Verletzte zurück in Österreich
Zwei weitere österreichische Soldaten, die durch Beschuss in Syrien leicht verletzt wurden, trafen Freitagfrüh gemeinsam mit ihren Kameraden in Österreich ein. Die Soldaten wurden am Schwechater Flughafen von Freunden und Verwandten empfangen. Offiziere zeigten sich erleichtert, dem Konfliktgebiet ohne Todesopfer entkommen zu sein. Die Soldaten sollten in das Garnisonslager Götzendorf verlegt und dort medizinisch untersucht und psychologisch betreut werden.

UNO-Soldaten kommen in Wien-Schwechat an

Weitere Truppen auf den Golan
Bereits am Freitag sollen weitere Bundesheertruppen von Damaskus aus auf den Golan geschickt werden. 70 Soldaten, die das kommende halbe Jahr an der entmilitarisierten Zone stationiert sein sollen, befinden sich derzeit im Flughafen und werden plangemäß am Landweg zu ihrem Einsatzort gebracht, sagte Bundesheer-Sprecher Dietmar Rust in der Nacht auf Freitag.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York, Susan Rice, bekundete via Twitter ihre Unterstützung für die verletzten Bundesheer-Soldaten: "In Gedanken sind wir mit den vier UNO-Angehörigen, die in Syrien verwundet wurden. Wir stehen den Männern und Frauen (der internationalen Schutztruppe) UNDOF bei."

Darabos und Spindelegger protestieren wegen Angriff
379 österreichische UNO-Soldaten bewachen auf den Golanhöhen den „Frieden“ zwischen Israel und Syrien. Bislang war die Flughafenstraße stets unter Kontrolle des syrischen Regimes.

Gestern wurde der Flughafen aufgrund der Gefechte gesperrt. Auch das Internet wurde abgedreht. Verteidigungsminister Da­rabos und Außenminister Spindelegger legten in Syrien offiziell Protest gegen den Angriff ein. Der Botschafter wurde einbestellt.

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