Kanzler will erneut vermitteln

Nehammer telefoniert heute mit Putin

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Bundeskanzler Karl Nehammer wird am heutigen Freitag um 15 Uhr ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen will über "grüne Korridore" und Gefangenenaustausche sprechen.

Dem Kanzler sei es ein Anliegen, im Sinne einer aktiven Neutralitätspolitik mit allen Seiten in Kontakt zu bleiben, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Österreich wolle einen Beitrag zu einer friedlichen Lösung und einer Linderung des durch den Krieg ausgelösten menschlichen Leids leisten.

In diesem Sinne hat Nehammer vor einigen Tagen auch schon ein Telefonate mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Ministerpräsident Denys Schmyhal und dem Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes Peter Maurer geführt. Am Donnerstag wurden zudem Gespräche mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geführt. Auch Erdogan will in den kommenden Tagen mit Selenskyj und Putin Kontakt aufnehmen und vermitteln.

Putin mit Angriffskrieg konfrontieren

"Es ist weiterhin wichtig, Wladimir Putin mit den Folgen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine zu konfrontieren", sagt Nehammer. Mit Putin will der Kanzler wie bereits mit Selenskyj über einen möglichen Gefangenenaustausch und die Schaffung von "grünen Korridoren" für Agrar-Produkte sprechen. Tausende Tonnen Getreide stecken derzeit in der Ukraine fest und drohen zu verderben.

Außerdem hatte Nehammer der Ukraine die Übernahme und Betreuung von bis zu 100 schwerverletzten Frauen und Kindern angeboten.

Nehammer: "Auf humanitärer Ebene tut Österreich alles, um die fürchterlichen Folgen des Krieges zu mildern, deshalb werden wir uns auch um schwerverletzte Zivilisten, Frauen und Kinder kümmern und sie medizinisch versorgen. Ebenso ist es wichtig, zu einer Lösung bei der Frage des Exports der ukrainischen Ernte zu gelangen, bevor diese vor Ort verrottet und es gleichzeitig in vielen Teilen der Welt zu einer Hungersnot kommt."

Nehammer setzt auf Diplomatie

Für Nehammer sei wichtig, dass beide Seiten im Gespräch bleiben. Deshalb unterstützt der Kanzler auch die von Erdogan organisierten Istanbuler Gespräche und hat mit dem türkischen Präsidenten deren Weiterführung erörtert. "Dieses Format war bisher das einzige, in dem die Ukraine und die Russische Föderation miteinander gesprochen haben. Nur Gespräche und Verhandlungen können einen Weg bereiten, um die russische Aggression zu stoppen und diesen Krieg zu beenden", betont Nehammer.

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