ÖVP kickt Hummer aus der Regierung

Oberösterreich

ÖVP kickt Hummer aus der Regierung

Kampfabstimmung im ÖVP-Landesparteivorstand.

Sie lächelte tapfer und winkte den Medienvertretern zum Abschied, als sie das Bildungshaus Magdalena in Linz verließ: Nach nur einer Regierungsperiode ist die Zeit als Landesrätin für Doris Hummer wieder vorbei. Sie verlor am Mittwochabend die Kampfabstimmung im Parteivorstand gegen ihre bisherigen Regierungskollegen Michael Strugl und Max Hiegelsberger. Damit steht fest: Die OÖ-Landesregierung besteht – erstmals seit dem Einzug von Barbara Prammer 1995 – ausschließlich aus Männern.

Machtkampf verloren
Der parteiinterne Machtkampf war nötig geworden, nachdem die ÖVP bei der Wahl ein Regierungsmandat verloren hatte. Für den scheidenden Landesvize Franz Hiesl rückte der als Nachfolger von LH Josef Pühringer gehandelte Thomas Stelzer nach. Um die verbleibenden zwei schwarzen Sitze kämpften Strugl, Hiegelsberger und eben Hummer. Wie klar oder knapp die Abstimmung gegen Hummer ausgegangen war, wollte Pühringer nach der Vorstandssitzung nicht sagen.

Was wird aus Hummer?
Wie es mit Hummer weitergeht, bleibt vorerst offen. Sie erbat sich Bedenkzeit, ob sie den ihr angebotenen Posten als Klubchefin im Landtag annehmen möchte. Spätestens am Freitag soll hier eine Entscheidung fallen. Pühringer, der Hummer vor sechs Jahren als Quereinsteigerin in die Regierung geholt hatte, wollte im Abstimmungsergebnis keine persönliche Niederlage erkennen: „Es tut mir um jeden leid.“ Zugleich gab Pühringer der 42-Jährigen eine Rückkehrgarantie: „Bei der ersten Veränderung in der Regierung hat Doris Hummer ein Rückkehrrecht.“

Welcher Mann nun das Frauenressort von Hummer übernimmt, soll laut Pühringer in den kommenden Tagen entschieden werden: „Unseren Frauen ist es wichtig, dass die Frauenagenden bei der ÖVP bleiben.“ Auch  die noch offenen Punkte in den anderen Ressorts sollen laut Pühringer am Donnerstag und Freitag endverhandelt werden

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