Alle Varianten

Poker um die Koalition - Alle Varianten:

Alles rechnet mit einem Dacapo der Großen Koalition. Aber es geht auch anders...

SPÖ+ÖVP: Neuauflage mit Personalrochaden

SPÖ: 27,1%, ÖVP: 23,8 %
Diese Konstellation wurde vor dem gestrigen Wahlsonntag eigentlich von allen erwartet – doch sowohl SPÖ, als auch ÖVP haben das schlechteste Ergebnis aller Zeiten abgelegt und das wird intern noch für einige Personaldebatten sorgen. Die SPÖ muss sich überlegen, wie sie mit dem blauen Auge in den Koalitionsgesprächen umgeht, in der ÖVP mehren sich die Stimmen, man wolle nicht mehr mit Faymann als Kanzler koalieren. Fazit: Gespräche mit Sprengstoff.

SPÖ+ÖVP+GRÜNE: Glawischnigs Traum würde wahr

SPÖ: 27,1%, ÖVP: 23,8 %, Grüne: 11,4 %
Ein interessantes Farbenspiel, aber für die ÖVP eine Bombe, denn hier hätte man in einer Regierung gleich zwei Gegner im Boot. Etwa bei der Bildungsfrage oder den Steuern fahren Rot/Grün einen ganz anderen Kurs wie die ÖVP. Charmant: Diese Konstellation würde ein Gegengewicht zu FPÖ und Strache bieten, die immerhin nun im Parlament eine starke rechte Kraft stellen. Allerdings: SP/VP kann auch ohne Grüne regieren, warum also verhandeln?

SPÖ+ÖVP+NEOS: Pfiffig, neu aber unwahrscheinlich

27,1 % SPÖ, 23,8 % ÖVP, 4,8  % NEOS
Sind die Neos überhaupt kompatibel mit SPÖ und ÖVP? Fraglich, aber nach dem Debakel für die beiden großen Parteien, wäre es eine Auffrischung für SPÖ/ÖVP, die auch Erneuerung signalisieren könnte. Und bei Themen, die Bildung, Pensionen oder auch Steuerpolitk, könnte die Truppe um Hans-Peter Haselsteiner schon für neuen Wind sorgen.
Pfiffig und neu, aber trotzdem in dieser Konstellation wenig wahrscheinlich.

ÖVP+FPÖ+FRANK: Der explosive "Dreier"

VP: 24 % FP: 20,7%, Stronach 5,8 %
Ganz klar ein politisches Projekt mit Explosionskraft. Und einmal eine sichere Karte, europaweit für Aufregung zu sorgen – fahren doch sowohl Straches FPÖ, als auch Frank Stronach einen ganz klaren Anti-Europa-Kurs. Bei vielen anderen Themen sind sich Strache und Stronach aber auch einig. Bleibt die Frage: Wie sehr drängt es die ÖVP an die Spitze? Maßgeblich für diese Entscheidung wird ein Mann sein: Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der der ÖVP gestern das ganz große Wahldebakel erspart hat. Und Prölls Sympathie für Stronach hält sich – freundlich formuliert - in sehr engen Grenzen.

ÖVP+FPÖ+NEOS: Charmant und riskant

24 % VP, 20,7 % FP, 5,2 NEOS
Charmant dabei wäre: Neue Gesichter, enormer Gestaltungswille sowohl von Strache, als auch von Hans-Peter-Haselsteiners Truppe, doch inhaltlich sperrt es sich. Größter Brocken: Der Europakurs – hier trennen die Neos und die FPÖ Lichtjahre. Allerdings: Vielleicht könnte die ÖVP als „Dank“ für den Kanzler als Mediator einspringen. Fazit: Ein politisch riskantes Projekt, aber nicht ganz ohne Chancen.

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