Eine Mehrheit der SPÖ-Länder wünscht sich - wie von oe24 längst berichtet - ein Comeback von Christian Kern. Wer über Aus von Babler entscheidet
Was in diesen ersten Jännertagen 2026 quer durch sämtliche Medien berichtet wird, wussten oe24-Leser freilich bereits 2025: dass eine Mehrheit von SPÖ-Bundesländern sich ein Comeback von Ex-Bundeskanzler Christian Kern wünschen würde. Der Hintergrund: Die SPÖ liegt in Umfragen – ähnlich wie die ÖVP – bei unter 20 Prozent. Am 7. März wiederum findet der SPÖ-Parteitag statt. Beim roten Vorstand am 14. Februar könnte noch ein anderer Kandidat für den Parteivorsitz nominiert werden – laut Statut.
Rote rechnen sich mit Kern "bessere Chancen" aus
Zudem war SPÖ-Vorsitzender Andreas Babler – freundlich ausgedrückt – nie der Parteichef der Herzen der Roten, sondern „eine Notlösung, um Doskozil zu verhindern“, wie es ein Teil der SPÖ sieht. Mit Kern – eloquent im Auftreten – würden sich die Roten schlicht wieder „mehr Chancen erwarten“. Eine Umfrage deutet an, dass diese Hoffnung berechtigt sein könnte. In der roten Welt steigt jedenfalls die Lust Babler durch Kern zu ersetzen ins Unermessliche.
Wie im Dezember in dieser Kolumne berichtet, hatte Babler Kern sogar damals angerufen, um zu fragen, ob dieser an dessen Job interessiert sei.
"Kern wäre bereit, wenn..."
Und was sagen echte Kenner des Ex-Bundeskanzlers? „Er wäre durchaus bereit zurückzukehren. Aber nur, wenn auch Wien und die Gewerkschaft das unterstützen würden“. Genau daran hakte es zuletzt freilich – wie hier bereits beschrieben – wiederholt. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig soll sich zwar regelmäßig zum Austausch mit Kern treffen, diesem aber die Art seines Rücktritts 2018 immer noch nicht verziehen haben. Zudem soll Ludwig eher dem Lager angehören, das meint, dass man erst vor einer Nationalratswahl einen neuen SPÖ-Spitzenkandidat brauche. Und nicht bereits jetzt.
Eine andere mächtige Wienerin – Nationalratspräsidentin Doris Bures – soll hingegen für eine rasche Demontage von Andreas Babler sein.
Direkt dürfte das dem SPÖ-Vizekanzler allerdings noch keiner in der SPÖ gesagt haben. „Wenn Kern will, würde er sofort eine Mehrheit haben – auch ohne explizites Go von Wien“.
Das würde er aber nicht machen. Also liegt die Letzt-Entscheidung, ob Babler bleibt oder Kern kommt, diesmal tatsächlich bei Michael Ludwig.