Politik-Insider

SPÖ-Parteitag: Babler setzt auf "Modell Faymann"

Warum SPÖ-Insider darauf tippen, dass Babler beim Parteitag "gar nicht so schlecht abschneiden" werde. 

„Ordnen statt spalten“ sei das Motto des SPÖ-Parteitages am 7. März in der esse Wien.
„Ordnen statt spalten“, klingt freilich auch ein wenig nach einem Hilferuf des SPÖ-Parteivorsitzenden – Andreas Babler stellt sich beim Parteievent der Wiederwahl – nach Monatelangen Obmann-Debatte.

Dass ihm nicht die Herzen der Mehrheit der Roten sicher ist, weiß auch der ehemalige Bürgermeister von Traiskirchen. Droht ihm beim 47. Parteitag der Sozialdemokraten also Ungemach? Wohl kaum.

Bablers „Chance“ am Parteitag 

Immerhin hat die einzige derzeit ernstzunehmende Konkurrenz – Ex-Kanzler Christian Kern – von sich aus zurückgezogen. Der Wiener Bürgermeister hatte sich bekanntlich nicht hinter ihn stellen wollen. „Damit wird Babler ein besseres Ergebnis erhalten, als viele glauben“, sagen mehrere Spitzen-Rote oe24. Ihre Einschätzungen variieren allerdings von „75 bis 85 Prozent.

Aber: „Bis auf die Hardcore Gegner von Babler wird das Meer an Unzufriedenen ihn jetzt doch wählen, weil es eben keine Alternative zu ihm geben“ würde, hält ein Roter seine Partei für „sehr pragmatisch“. Außerdem sei man ja in „einer Regierung“. Auch wenn das viele Rote als Argument nicht gelten lassen. Ein SPÖler meint etwa: „Bitte ich kann mich an die diversen ÖVP-Vizekanzler erinnern, die von ihrer Partei gestürzt wurden. Das ist kein Argument ihn zu wählen“. 

Wird Babler also eher die 75 Prozent erhalten, die Ex-SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hatte, als eine Mehrheit der Partei in Wirklichkeit bereits gegen sie war. Oder wird der rote Vizekanzler eher die 84 Prozent erhalten, die Ex-Kanzler Werner Faymann erhalten hatte als sein politisches Kapital bei den Roten bereits aufgebracht war? „Er wird näher am Faymann-Ergebnis dran sein“, sind ziemlich viele SPÖ-Insider überzeugt.   

Alte SPÖ-Kalauer um zu einen 

Thematisch – Faymann versuchte mit dem Thema Vermögens- und Erbschaftssteuern ebenfalls einst die Reihen in der SPÖ zu schließen – setzt man beim Parteitag wieder einmal auf einen Leitantrag zu eben diesen Millionärssteuern. „Wir wissen zwar, dass wir das nicht durchsetzen können, aber bei dem Thema sind wenigstens alle drei Lager bei uns einer Meinung“, zeigt ein Roter Galgenhumor. 

Ähnlich verhalte es sich bezüglich Zuwanderungspolitik. Mit seinem „Ordnen statt spalten“-Sager versuche Babler die Bundesländer, die gegen ihn sind zu besänftigen.Mehrere Bundesländer haben die Wahl des Obmanns „komplett freigegeben, statt wie damals gegen Rendi-Wagner Streichungen zu organisieren“, berichten Insider. Auch das sei ein „Vorteil für Babler“. Ebenso der Umstand, das einige Kritiker – leider, leider – zeitlich verhindert seien …

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