Nach den Vorfällen in der Schlussphase des 348. Wiener Derbys, als durch das Werfen von Böllern und das Abfeuern von Leuchtraketen eine Spielunterbrechung erzwungen wurde, meldete sich der SK Rapid mit einer klaren Stellungnahme zu Wort – und schlägt dabei einen deutlich schärferen Ton an.
Bei allem Verständnis für den Frust über die anhaltende sportliche Negativserie sei es „nicht akzeptabel“, dass sich Enttäuschung in gefährlichen Aktionen entlade, heißt es vom Verein. Die Hütteldorfer kündigten eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden an, um jene Personen auszuforschen, die für die Vorfälle verantwortlich sind. Den Identifizierten drohen Hausverbote sowie der mögliche Entzug der Mitgliedschaft.
»Wir bedauern diese Vorfälle«
Als erste konkrete Maßnahme verzichtet Rapid bei künftigen Auswärtsderbys vorerst auf das Gästekartenkontingent. Präsident Alexander Wrabetz fand deutliche Worte: „Wir bedauern diese Vorfälle und distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon. Durch das gestrige Fehlverhalten einer kleinen Minderheit der Anhängerschaft wird dem SK Rapid in einer ohnehin sehr schwierigen Situation zusätzlich geschadet. Wir appellieren an alle Rapidlerinnen und Rapidler zum Zusammenhalt. Nur gemeinsam wird es möglich sein, den aktuellen sportlichen Negativlauf zu stoppen und in eine positive Zukunft zu gehen.“
Weitere Strafen drohen
Doch die Causa dürfte den Verein nicht nur sportlich, sondern vor allem auch finanziell treffen. Da Rapid bereits auf Bewährung steht, drohen empfindliche Sanktionen durch den Strafsenat der Liga – von einer saftigen Geldstrafe bis hin zu einer Sperre des Heimsektors für mehrere Spiele.
Während sportlich dringend Stabilität gesucht wird, muss Rapid nun auch abseits des Rasens Schadensbegrenzung betreiben. Das Derby ist vorbei – die Aufarbeitung hat jedoch erst begonnen.