Prozess: Meischi gab es nicht billig

Leistungs-Frage

Prozess: Meischi gab es nicht billig

Donnerstag wurde der Prozess gegen Meischberger fortgesetzt.

An Selbstbewusstsein mangelt es Walter Meischberger jedenfalls nicht. Auch an Eigenlob wollte der Lobbyist und Ex-FPÖ-Politiker vor Gericht nicht sparen. So meinte er: „Die wussten schon, der Meischberger muss ordentlich bezahlt werden.“ Dann belehrte er den Richter, die Fähigkeiten, die er habe, die könne man nicht studieren. „Ich besitze ein großes Maß an ­sozialer Intelligenz und bin sehr kommunikativ“, stellte er bescheiden fest.

Gegen „Meischi“ läuft seit dieser Woche ein Verfahren wegen Beitrag zur Untreue. Ihm blühen bis zu zehn Jahre Haft. Konkret vermutet die Staatsanwaltschaft, er habe an die Baufirma UBM eine Scheinrechnung gestellt, um eine Schmiergeldzahlung in einer anderen Sache zu vertuschen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die 600.000 Euro kassierte Meischberger laut eigener Aussage für die Vermittlung eines Hotel-Kaufs in München. Einzig: Dafür gibt es keinen Leistungsnachweis.

Meischi: "Habe nicht als Trüffelschwein gesucht"

Meischberger habe nicht wie ein „Trüffelschwein“ (so nannte ihn der Verteidiger) nach einem zum Verkauf stehenden Hotel gesucht, er habe das „irgendwo aufgeschnappt“. Das großzügige Salär gab es für seinen Tipp – der sei Leistung genug gewesen. Aufzeichnungen gibt es keine, nur mündliche Vereinbarungen mit einem inzwischen verstorbenen Manager.

Emotional wurde Meischi, als es um sein Kult gewordenes Telefonat ging, in dem er sich unwissend zu dem Deal zeigte („Wo woar mei Leistung?“): Er hätte viel durchgemacht wegen der medialen Vorverurteilung, gab er seinem „Seelen­leben Ausdruck“.

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