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Zahlen für 2025

Budget-Defizit mit 4,2 Prozent besser als erwartet

Das Budgetdefizit lag 2025 bei 4,2 Prozent und damit besser als erwartet. Das Finanzministerium rechnete ursprünglich mit einem Defizit von 4,5 Prozent. 

Jetzt ist es offiziell: Das Budget-Defizit lag 2025 bei 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bzw. 21,5 Mrd. Euro. Das ist besser als erwartet. Denn ursprünglich rechnete das Finanzministerium mit einem Defizit von 4,5 Prozent. Von der von der EU vorgegebenen Maastricht-Grenze von drei Prozent ist man aber nach wie vor weit entfernt. Diese soll erst 2028 wieder unterschritten werden. Für heuer strebt die Regierung wieder ein Defizit von 4,2 Prozent an. 

Markus Marterbauer, Barabara Eibinger-Miedl

Markus Marterbauer und Barbara Eibinger-Miedl. 

© APA/ROLAND SCHLAGER

Das ist auch jener Wert, der im ursprünglichen Konsolidierungspfad angegeben war. Angesichts der unsicheren Weltlage hat man sich trotz des nun besseren Ausgangswertes entschieden, am eingeschlagenen Weg festzuhalten. Ohne die Eskalation am Golf mit der Energiekrise hätte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) den Voranschlag auf vier Prozent oder sogar darunter eingestellt, wie er bei einem Pressegespräch am Dienstag erklärte.

Über das 2025er-Ergebnis zeigte er sich erfreut. Die Zahlen zeigten, "dass wir sehr erfolgreich waren mit dem ersten Schritt der Budgetkonsolidierung". Dies sei primär das Ergebnis der deutlich besseren Wirtschaftslage, aber auch des strengen Budget-Vollzugs.  

Defizit um 1,5 Milliarden Euro verringert 

Im Vergleich zu 2024 hat sich das Defizit jedenfalls um 1,5 Milliarden Euro verringert. Ausschlaggebend dafür war, dass die Staatseinnahmen 2025 kräftiger gestiegen sind als die Ausgaben. Der moderatere Anstieg der Staatsausgaben war geprägt durch eine geringere inflationsbedingte Anpassung der Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst und Rückgänge krisenbedingter Maßnahmen,“ so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, die die Zahlen am Dienstag präsentierte. 

 

Die Infografik zeigt die Budgetentwicklung in Österreich. Das Defizit liegt derzeit über der EU-Vorgabe von 3 Prozent. Der Schuldenstand liegt durchgehend über der Vorgabe von 60 Prozent, 2025 war der Wert bei 81,5. Quelle: Statistik Austria.

 

Die Zahlen im Detail:

Die Staatseinnahmen stiegen 2025 im Vergleich zu 2024 um 4,5 Prozent bzw. um 11,3 Mrd. Euro auf 261,5 Mrd. Euro. Die Ausgaben erhöhten sich um 3,6 Prozent bzw. um 9,8 Mrd. Euro auf 283 Mrd. Euro. 

Der Großteil des Defizits entfiel übrigens wenig überraschend auf den Bundessektor mit 15,2 Mrd. Euro. Der Landessektor kam auf ein Defizit von 2,3 Mrd. Euro, die Gemeinden auf 3,3 Mrd. Euro und die Sozialversicherungen auf 0,6 Mrd. Euro. 

Die Staatsschuldenquote stieg von 80 auf 81,5 Prozent, blieb jedoch unter dem EU-Schnitt von 82,8 Prozent. 

Budget-Zahlen müssen jetzt monatlich gemeldet werden

Dass das finale Budget-Defizit immer erst mit Ende März feststand, lag daran, dass die Länder ihre Zahlen erst dann melden mussten. Mit dem neuen Stabilitätspakt ändert sich das: Fortan sind monatliche Haushaltsdaten an das Finanzministerium zu übermitteln.

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