Rote Fronten: Kaiser droht Bundes-SP

Luca Kaiser von SP-Spitze demontiert

Rote Fronten: Kaiser droht Bundes-SP

Kaiser will eine „Aussprache“ mit Rendi-Wagner. Der SP-Konflikt um EU-Liste eskaliert.

Nachdem die SPÖ-Bundesspitze im SPÖ-Parteivorstand am Donnerstag Luca Kaiser vom (wählbaren) sechsten Platz auf den (unwählbaren) neunten Platz verbannt hat, eskaliert der rote Streit endgültig. Wie berichtet, haben die Kärntner Roten in der SP-Sitzung gegen die SPÖ-EU-Liste gestimmt. Kärntens Landeshauptmann und Vater von Luca, Peter Kaiser, kontert frontal:

Es gehe nicht um seinen Sohn, sondern darum, dass Kärnten das „beste Landtagswahlergebnis“ aller SPÖ-Landesgruppen erhalten habe. Er sieht die Rückreihung als Affront und will nun, dass die SPÖ-Bundesspitze – die designierte SP-Chefin Pamela Rendi-Wagner und SP-Geschäftsführer Thomas Drozda – am 19. November zum SP-Landes­parteivorstand nach Kärnten kommt.

Kärntner SPÖ vor allem über Drozda verärgert

Der sonst so pragmatische Kärntner SP-Chef droht zudem mit dem Rückzug aus seinen bundespolitischen Funktionen: „Wir werden das intern diskutieren.“ Die Kärntner SPÖ dürfte vor allem über Drozda verärgert sein, berichten SP-Insider. Im SP-Präsidium hätten sich auch Mitglieder anderer Bundesländer „verwundert“ gezeigt, dass Drozda als „Geschäftsführer den Konflikt um die Liste nicht vorab geklärt“ habe.

Peter Kaiser: "War eine Missachtung der Kärntner Landesgruppe"

Kärntens SP-Landeshauptmann Peter Kaiser über den Konflikt um EU-Liste.

ÖSTERREICH: Sie wollen eine Aussprache mit der SP-Spitze, weil Kärnten nur noch den Platz 9 auf der SP-EU-Liste erhalten hat?

Peter Kaiser: Ja, ich lade die Bundesspitze zu unserem Landesparteivorstand ein und möchte dort ganz offen und intern darüber reden, was da passiert ist. Denn wir wurden mit diesem Platz neun klar unter unserem Wert geschlagen. Das war eine Missachtung der Kärntner Landesgruppe, die das mit Abstand beste Landtagswahlergebnis hatte.

ÖSTERREICH: Sie überlegen, beim SP-Parteitag am 24. November für keine bundespolitischen Funktionen mehr zur Verfügung zu stehen?

Kaiser: Ja, ich mache das abhängig von den Gesprächen in unserem Vorstand.

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