Frank STRONACH

Volksbegehren gegen ESM

Stronachs Fahrplan zum 
Schilling

Wie die Österreicher laut Stronach von einem Euro-Austritt profitieren würden.

Mit Frank Stronachs Einzug in die Wahlkampf­arena ist der Euro endgültig zum Thema Nummer eins in der Politdebatte geworden. So viel ist fix: Konkrete Rezepte gegen die europäische Schuldenkrise sind das, was die Bürger von der Politik erwarten. Wenn man die Leute auf der Straße frage, was der ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus, also der milliardenschwere Euro-Rettungsschirm) sei, „glauben viele, das ist eine Krankheit“, sagt Stronach zu ÖSTERREICH. Seine Partei wolle die Leute zunächst informieren. Und Auswege zeigen – eben die Rückkehr zum Schilling.

Als Beispiel, dass es auch ohne den Euro geht, nennt Stronach die Schweiz: „Die hat ihre eigene Währung, ist nicht bei der EU und jeder will als Absicherung Franken kaufen.“ Mit der Forderung nach einem Euro-Austritt stößt Stronach auf breite Zustimmung: Wie berichtet, ist laut Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH jeder dritte Österreicher für den Austritt aus dem Euro.

Die Euro-Frage dominiert jedenfalls den spätestens mit Stronachs Parteigründungsankündigung gestarteten Vorwahlkampf. Bis zur Wahl dauert es aber noch über ein Jahr. Und Stronach ist kein Mann des Wartens. Er denkt sogar daran, ein Volksbegehren gegen den ESM zu starten. „Das wäre einer Überlegung wert“, sagt er. Vorher müssten die Österreicher aber aufgeklärt werden über den „Knebelvertrag“ ESM.

Stronach: „Die EU kostet uns zu viel Geld“
ÖSTERREICH:
Herr Stronach, was sagen Sie dazu, dass jeder dritte Österreicher für einen Euro-Ausstieg ist?
Frank Stronach:
Die Österreicher wissen, dass seit dem Euro alles viel teurer geworden ist. Wenn man in ein Lebensmittelgeschäft einkaufen geht, kosten die Waren fast so viel wie vor zehn Jahren. Nur eben in Euro.

ÖSTERREICH: Kann sich Österreich eine Rückkehr zum Schilling überhaupt leisten?
Stronach:
Natürlich. Die Österreicher bemerken immer mehr, dass die EU uns sehr viel Geld kostet, das in die südlichen Länder fließt. Das Geld kommt aber nicht bei den Menschen im Süden an, sondern bei den Großbanken. Die bezahlen damit ihre Fehlinvestitionen und kassieren Zinsen obendrein! Es geht ohne Euro. Ein gutes Beispiel ist die Schweiz. Die Schweiz hat ihre eigene Währung, ist nicht bei der EU, und jeder will als Absicherung Franken kaufen.

ÖSTERREICH: Warum sind Sie gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM?
Stronach:
Wenn man die Leute auf der Straße fragt, was ESM heißt, dann sagen bestimmt viele, das ist irgendeine Krankheit. Nicht einmal die Finanzleute verstehen das genau, die Politiker schon gar nicht. Niemand erklärt den Menschen, was das ist.

ÖSTERREICH: Wäre ein Volksbegehren gegen den ESM ein Ansatz für Sie?
Stronach:
Das ist eine Überlegung. Vorher müssen die Leute aufgeklärt werden. Es ist ein Knebelvertrag, der einen Schuldenberg für uns und unsere Kinder und Enkel bedeutet.

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