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Paukenschlag nach Chat-Affäre

Thomas Schmid verlässt ÖBAG sofort

Der Druck auf ÖBAG-Chef Thomas Schmid wurde zu groß. Noch heute muss er seinen Vorstandsposten räumen.

ÖBAG-Chef Thomas Schmid verlässt seinen Posten nun doch bereits mit sofortiger Wirkung. Der Aufsichtsrat habe dessen Vorstandsfunktion der "Österreichischen Beteiligungs AG" nach "der anhaltenden Diskussion der letzten Monate" mit "juristischer Beratung" neu bewertet, teilte die Staatsholding Dienstagvormittag in einer Aussendung mit. ÖBAG-Direktorin Christine Catasta wurde als Interimsvorstand bestellt.

"Nach intensiven Beratungen innerhalb des Aufsichtsrats ist der Aufsichtsrat gemeinsam mit MMag. Schmid zur Erkenntnis gekommen, dass die sofortige Beendigung der Vorstandstätigkeit von MMag. Thomas Schmid einen notwendigen Schritt für die ÖBAG darstellt." heißt es in einer Aussendung.  

Druck der Chat-Affären zu groß

Die Chat-Skandale setzten den ÖBAG-Chef in den letzten Wochen zunehmend unter Druck. Erst vergangenen Montag wurden neue Nachrichten aus dem März 2019 öffentlich, in denen Schmid sich bei seiner Mitarbeiterin Melanie L. beschwerte, nach Auslaufen seines Diplomatenpasses wieder "wie der Pöbel" reisen zu müssen. Bei einem Behördengang bezeichnete er andere Wartende als "Tiere". Besonders brisant sind Chats zwischen Schmid und seiner Mitarbeiterin vom 18. April 2019. Darin geht es um einen Plan, den Betriebsrat "abzudrehen" ( oe24 berichtete ). "Das können wir nicht einfach so machen", soll ihm Melanie L. ausgerichtet haben, man müsse "auch andere Ideologien verstehen". Schmids Reaktion: "Andere Ideologien. Fu** that." 

Auch über Flüchtlinge wurde den Berichten nach "gescherzt": Nach der Buchung eines Fluges nach Addis Abeba soll seine Assistentin Schmid gefragt haben, ob er auch einen Rückflug brauche. Auf seine Frage, ob sie ihn dort lassen möchte, soll sie geantwortet haben: "Ab Kairo gibt es Schlauchboote." Nachdem sie Schmid dann etwas später die Buchung bestätigt hatte, soll er zurückgefragt haben: "Mit den Flüchtlingen? Smiley." Auch  Reisen mit Krone-Boss Dichand  sorgten für Aufregung. 

"Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Thomas Schmid für die ausgezeichnete inhaltliche Arbeit der letzten zwei Jahre, distanziert sich aber gleichzeitig von den Chatnachrichten", heißt es nun in der Aussendung. Der mediale Druck ist scheinbar zu groß geworden, der Aufsichtsrat zog die Reißleine.

Rücktritt von allen Aufsichtsratsämtern

Schmid trete auch von allen für die ÖBAG gehaltenen Aufsichtsratspositionen in Beteiligungsgesellschaften zurück. Die Vertretung durch Catasta ist vorübergehend, sie werde sich im laufenden Prozess der Vorstandssuche nicht bewerben. Christine Catasta war bis 2020 Chefin von der Beratungsfirma PwC Österreich und ist seit Oktober 2020 die für die Beteiligungsgesellschaften verantwortliche Direktorin der ÖBAG.

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