Ungeimpft: Kickl lieferte Blut-Beweis

Nach Rosam Klage

Ungeimpft: Kickl lieferte Blut-Beweis

Um seine Glaubwürdigkeit zu beweisen, musste Herbert Kickls Blut fließen. 

Wien. Nein, einen Rücktritt wie bei den vielen anderen persönlichen Erklärungen hatte zwei Tage vor der OÖ-Wahl keiner von Herbert Kickl erwartet. Skurril war der Auftritt des FPÖ-Chefs am Freitag im FPÖ-Klub aber allemal: Der Chef der drittgrößten Parlamentspartei dokumentierte per Bluttest öffentlich, dass er gegen das gefährlichste Virus der letzten hundert Jahre nicht immun ist – obwohl es ja leicht möglich wäre, sich per Impfung zu schützen.

Kickl klagte – und ging auch noch zum Arzt

Rosams Angriff. Kickl ­reagierte damit auf einen Auftritt des ÖVP-nahen PR-Gurus Wolfgang Rosam in oe24.TV. Rosam hatte Kickls Anti-Impfkampagne hart kritisiert und Gerüchte wiedergegeben, wonach der FPÖ-Chef trotzdem geimpft sei – was ziemlich heuch­lerisch wäre.

Kickl klagte – und weil Rosam nicht zurückzog, ging er zum Arzt: Der FPÖ-nahe Internist Marcus Franz nahm Kickl Blut ab. Der FPÖ-Obmann legte gestern nicht nur das Attest vor – auf einem Video, das er während seiner Erklärung vorführte, ist auch zu sehen, wie Franz die Blutstropfen abzapfte – und Kickl völlige Antikörper-Freiheit attestierte: fix ungeimpft.

Fast eine halbe Stunde sprach Kickl – es war ein einziger Angriff gegen Rosam, den er abwechselnd „Pfau“ und „Feigling“ nannte, und gegen die ÖVP. Kickl wurmte es sichtlich, dass ihn jemand vor der wichtigen OÖ-Wahl als Heuchler darstellte – da musste sogar sein Blut fließen.

ÖVP zweifelt. Ist damit die Causa vom Tisch? Für die ÖVP keineswegs. Parteigeneral Axel Melchior glaubt Kickl immer noch nicht: „Als Volkspartei fordern wir eine ­eidesstattliche Erklärung und eine Bestätigung durch ein öffentliches Spital. Irgendein Antikörper-Nachweis und die Aussage eines Ex-Kandidaten auf einer FPÖ-Liste reichen nicht.“ 

© APA/HANS PUNZ
Ungeimpft: Kickl lieferte Blut-Beweis
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Keine Antikörper gegen Spike-Protein. Kickl hat weniger als 0,4 Antikörper/ml –wäre er geimpft, hätte er mehr als 15,0.

Negativ. Auch gegen das Nucleocapsid- Protein von Corona keine Antikörper. Aber: Eine länger zurückliegende
Corona-Infektion ist nicht ausgeschlossen.



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