Vertrauensbarometer

Van der Bellen glaubt man, Populisten nicht

Artikel teilen

Das Vertrauen der Österreicher in die Politik ist gestiegen. Am glaubwürdigsten ist nach wie vor Alexander van der Bellen.

Den höchsten Vertrauenswert unter den Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl weist Grünen-Chef Van der Bellen mit 28 Prozent auf, gefolgt von ÖVP-Obmann Schüssel mit 13 Prozent und SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer mit einem Prozent. Im Minusbereich rangieren Hans-Peter Martin mit minus 20 Prozent, FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache mit minus 45 Prozent und BZÖ-Obmann Westenthaler mit minus 46 Prozent.

© APA
060811_vertrauensbarometer_1_APA

© APA
060811_vertrauensbarometer_2_APA


Schlechte Werte für Populisten
Die schlechten Werte für Strache, Westenthaler und Martin müssen kein Nachteil für die Nationalratswahl sein, weil alle drei Kandidaten "sehr spezifische Wählergruppen ansprechen und daher nicht unbedingt das Vertrauen der breiten Bevölkerung benötigen", analysiert OGM-Experte Peter Hajek. Anders ist die Situation bei Schüssel und Gusenbauer. Schüssel habe hier zwar einen Vorteil gegenüber Gusenbauer. "Für einen amtierenden Bundeskanzler sind Schüssels Vertrauenswerte allerdings bescheiden" .

Yachtausflug kostet Grasser Punkte
Das deutlichste Minus im aktuellen Vertrauensindex - nämlich 10 Punkte - musste Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP) hinnehmen. Hajek: "Die Yacht-Reise ist doch nicht gänzlich spurlos an ihm vorbeigegangen." Auch Bundespräsident Heinz Fischer - der mit plus 72 Prozent klar die Nummer eins in Sachen Vertrauen bleibt - musste vier Minuspunkte einstecken, vermutlich wegen seiner Aussagen zur Wahl ("Stärkster muss nicht automatisch Regierung bilden").

Gastinger, Pröll und Martenstein legen zu
Deutlich an Vertrauen gewonnen haben BZÖ-Justizministerin Karin Gastinger (18 Prozent - plus 10 Punkte) durch ihre liberale Positionierung und den Nachwuchs sowie die ÖVP-Minister Josef Pröll (27 Prozent - plus 7 Punkte) und Martin Bartenstein (10 Prozent - plus 6 Punkte).

BAWAG-Vertrauenskrise überwunden
Nach dem deutlichen Vertrauensverlust im Juni als Folge der BAWAG/ÖGB-Krise haben sich im August die Werte für alle Politiker wieder deutlich verbessert. Der Wahlkampf zeigt noch keine deutlichen Auswirkungen.

Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten
OE24 Logo