Kurz hat viel riskiert – und vorerst gewonnen

Das sagt ÖSTERREICH

Kurz hat viel riskiert – und vorerst gewonnen

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Wer die ÖSTERREICH-Umfrage an diesem Sonntag liest, muss wohl der Meinung sein: Unsere Regierung hat in dieser schwersten Krise seit Jahrzehnten alles richtig gemacht.

Bessere Werte als sie Kanzler Kurz und seine Minister Anschober und Nehammer im neuen Polit-Barometer haben, hat es seit seligen Kreisky-Zeiten nicht mehr gegeben.

Sebastian Kurz ist mit fast 50 % bei einer Kanzler-Direktwahl, fast 60 % positivem Saldo im Polit-Barometer und 89 % Zustimmung zu seiner Corona-Politik am Höhepunkt seiner Popularität angelangt.

Den beiden Regierungs-Newcomern Anschober und Nehammer wird angesichts ihrer Corona-Leistungen ein Höchstmaß an Sympathie entgegengebracht. Beide sind im Höhenflug.

Der erst 33-jährige Kanzler hat mit seinem harten Corona-Kurs viel riskiert. Er hat das Land auf Wochen „zugesperrt“, ein zig Milliarden schweres ­Defizit in Kauf genommen, ein gewaltiges Minus beim Wirtschafts-Wachstum riskiert und Zigtausende Unternehmen extrem gefordert.

Mit dieser „Radikal-Kur“ hat der Kanzler die Zuwachsrate der Corona-Infizierten bis gestern auf die erwünschten 10 % gesenkt und ganz anders als in Italien, Spanien, aber auch Deutschland oder den USA die Epidemie nie außer Kontrolle geraten lassen. Unsere Spitäler funktionieren noch. Und das soll so bleiben.

Die entscheidende Herausforderung für den Kanzler wird jetzt: Wie sperren wir das Land wieder auf, ohne die Kontrolle über Corona zu verlieren?

Kanzler Kurz will das vorsichtig angehen. Lieber noch eine Woche bis 20. April warten, bis die Geschäfte öffnen. Lieber Veranstaltungen und Gastro bis Mai stoppen. Und lieber die Schulen bis Sommer sperren.

Wichtig ist, dass die Wirtschaft ab Ende April wieder Gas geben kann. Genauso wichtig ist, dass die Corona-Zuwachsraten unter 10 % bleiben. Wenn Kurz beides schafft, wird er zum populärsten Kanzler der 2. Republik.

Wenn unsere Wirtschaft aber gegen die Wand fährt, die Arbeitslosigkeit explodiert, die Hilfe bei den kleinen Unternehmern nicht ankommt – dann sind die Umfrage-Werte Schnee von gestern … 

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