Darf man ''Nein'' zur Rettung von 100 Kindern sagen?

Das sagt "ÖSTERREICH"

Darf man ''Nein'' zur Rettung von 100 Kindern sagen?

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Meine Position zum Flüchtlings-Drama auf Moria ist klar: Ich fordere seit Monaten, dass man die heimatlosen, großteils unbetreuten Kinder und ihre Mütter in Europa und – JAWOHL – auch in Österreich aufnimmt, um ihnen die persönliche Tragödie zu ersparen. Und ich bin auch dafür, dass man die – leider – in der Mehrzahl gewaltbereiten Männer (vor allem jene ohne Kinder) rigoros in ihre Heimatländer zurückschickt. So hätte man die Katastrophe vermeiden können.

Kanzler Kurz hat eine andere Position, die ich respektiere. Er vertritt die Meinung der Mehrheit der Österreicher, die keinen weiteren Flüchtlings-Zuzug wollen. Das ist angesichts des neuen Integrations-Berichts, wonach in vielen Schulen 80 % der Kinder kein Deutsch mehr sprechen, natürlich argumentierbar.

Und ich verstehe jeden Österreicher, der meint: Solange die EU unfähig ist, das Flüchtlingsproblem in Griechenland zu lösen und die Außengrenze zu schützen, so lange sollten wir nicht die Dummen sein, die statt einer Europa-Lösung ständig Flüchtlinge samt zuletzt 3.700 Kindern ins Land lassen.

Natürlich steckt dahinter auch eine politische Strategie: Kurz inhaliert gerade die FPÖ-Wähler, will mit ihnen die Wien-Wahl gewinnen und nimmt mit seinem „Nein“ der FPÖ völlig den Wahlkampf-Wind aus den Segeln.

Was ich absolut nicht verstehe, ist, wie es möglich ist, dass die Grünen, die immer Humanität auf ihre Fahnen geschrieben haben, dieser Tragödie von 4.000 Kindern tatenlos zusehen. Wie kann sich eine Partei in einer Koalition so enteiern lassen, dass sie noch im Liegen umfällt? Wie peinlich regierungsgeil ist eine Partei?

Auch die Grünen haben eine Wahl in Wien. Und sie werden für ihren jämmerlichen Umfaller eine Wähler-Watsche bekommen. Völlig zu Recht.

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