Offensive Rot-Weiß-Rot

Rot-Weiß-Rot Bauen: Vom klaren Auftrag zur Umsetzung

Fehlende Aufträge, steigende Kosten und eine Vergabepraxis, die Wertschöpfung ins Ausland verlagert, setzen Beschäftigte und Betriebe unter Druck. Genau hier setzt die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) an. 

Ziel von Rot-Weiß-Rot Bauen ist es, Investitionen stärker in Österreich zu verankern – nicht nur bei öffentlichen Projekten, sondern überall dort, wo gebaut, saniert und investiert wird. Betriebe, die hier ausbilden, Steuern zahlen und faire Arbeitsbedingungen bieten, sollen bei der Auftragsvergabe wieder stärker berücksichtigt werden. Denn Vergaben entscheiden nicht nur über Preise, sondern auch über Qualität, Beschäftigung und regionale Stabilität.

Wesentliche neue Spielräume eröffnet dabei die Reform des Vergaberechts 2026, die mit 1. März in Kraft tritt. Sie ermöglicht es Auftraggebern, Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit verbindlicher in Ausschreibungen zu verankern – und damit bewusst auf heimische Wertschöpfung zu setzen.

Vom Bekenntnis zur Praxis

Damit Rot-Weiß-Rot Bauen nicht bei politischen Zusagen stehen bleibt, setzt die GBH auf konkrete nächste Schritte. Im Mittelpunkt steht die praktische Umsetzbarkeit für Auftraggeber und Betriebe.

Geplant ist die Erarbeitung eines praxisnahen Leitfadens für rot-weiß-rote Vergaben, der einfach anzuwenden ist und konkrete Beispiele aus der Praxis enthält. Entwickelt wird dieser gemeinsam mit dem Vergabeexperten Rechtsanwalt Martin Schiefer. Ziel ist es, rechtssichere und transparente Wege aufzuzeigen, wie regionale Vergaben im Rahmen der neuen gesetzlichen Möglichkeiten umgesetzt werden können.

Parallel dazu sucht die GBH gezielt den Dialog mit öffentlichen Auftraggebern. Rot-Weiß-Rot Bauen soll nicht nur gefordert, sondern tatsächlich gelebt werden. Öffentliche Auftraggeber haben dabei eine besondere Vorbildfunktion – gerade bei Bau-, Sanierungs- und Infrastrukturprojekten.

Sachlich, lösungsorientiert, überprüfbar

Rot-Weiß-Rot Bauen steht für einen nüchternen, lösungsorientierten Ansatz. Probleme werden benannt, gleichzeitig aber praktikable Wege aufgezeigt, wie Aufträge Arbeitsplätze sichern, Qualität stärken und Wertschöpfung im Land halten. Entscheidend ist, dass Kriterien wie Ausbildung, Beschäftigung und faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Auftragskette messbar und nachvollziehbar werden.

Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH und Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ), bringt es auf den Punkt: „Aufträge aus Österreich sichern Jobs in Österreich, wenn sie rot-weiß-rot vergeben werden. Unsere Tour und die Gespräche mit über 1.200 Menschen haben gezeigt: Mit diesem Thema treffen wir den Nerv der Zeit. Jetzt muss aus den Zugeständnissen auch Taten folgen. Daran arbeiten wir mit voller Kraft.“

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