Ein US-Kampfjet vom Typ F-35 hat einem Insider zufolge eine iranische Drohne über dem Arabischen Meer abgeschossen.
Der unbemannte Flugkörper vom Typ Shahed-139 habe sich dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" genähert, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. An den Rohstoffmärkten sorgte dies für Unruhe. Stellungnahmen der beiden Staaten lagen zunächst nicht vor.
- Riesige Rauchwolke über Teheran
- Iran bestellt alle EU-Botschafter ein
- Trump gibt sich von Iran-Drohung unbeeindruckt
Die USA hatten Anfang des Jahres ihre militärische Präsenz im Nahen Osten verstärkt und den Flugzeugträger sowie mehrere Zerstörer in die Region verlegt. US-Präsident Donald Trump hatte diesen Schritt mit den wachsenden Spannungen begründet und den Iran vor einer gewaltsamen Niederschlagung von Protesten oder einer Wiederaufnahme des Atomprogramms gewarnt. Die Regierung in Teheran drohte ihrerseits für den Fall eines Angriffs mit einem "umfassenden Krieg".
Irans Präsident beauftragt Außenminister mit US-Verhandlungen
Zuvor hatte Irans Präsident Massoud Pezeshkian seinen Außenminister beauftragt, Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu führen. "Diese Verhandlungen sollen im Rahmen unserer nationalen Interessen geführt werden", schrieb Irans Präsident auf X. Er forderte ausgewogene Verhandlungen, "frei von Drohungen und unangemessenen Erwartungen".
Am Montag war bekanntgeworden, dass die USA und der Iran zu neuen Verhandlungen zusammenkommen wollen. US-Medien zufolge soll das Treffen zwischen Irans Außenminister Abbas Araqchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Freitag in Istanbul stattfinden. Auch Vertreter regionaler Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und Pakistan werden demnach erwartet.
Mögliche Kompromisslinien ausgelotet
Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Kompromisslinien ausgelotet. US-Präsident Donald Trump stellt Insidern zufolge drei Bedingungen an die Führung in Teheran: ein vollständiges Ende der Uran-Anreicherung, eine Begrenzung des Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie etwa die Hisbollah im Libanon. Während die Führung in Teheran diese Forderungen offiziell als Eingriff in die Souveränität des Landes zurückweist, signalisieren Regierungsvertreter Verhandlungsbereitschaft zumindest im Atomstreit.
Israel und die USA hatten im Juni einen Krieg gegen den Iran geführt und dessen Atomanlagen angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Bei den Angriffen ist nach damaligen Angaben Araqchis die wichtigste iranische Atomanlage Fordo "ernsthaft und schwer beschädigt" worden. Trump hatte seinerzeit erklärt, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm "vollständig und total ausgelöscht".
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung die Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet solche Maximalforderungen jedoch als rote Linie.
Viele Iraner sehen Verhandlungen mit USA kritisch
Verhandlungen mit den USA sehen viele Iraner nach der blutigen Niederschlagung der Proteste Anfang Jänner äußerst kritisch. US-Präsident Donald Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Massendemonstrationen seine Unterstützung zugesagt. Dass er nun mit der iranischen Staatsführung verhandeln will, die für Tausende Tote bei den Protesten verantwortlich gemacht wird, werten viele im Iran als Verrat.
Regionalmächte dringen auf friedliche Lösung
Die Staaten in der Region dringen auf eine friedliche Lösung. Der Nahe Osten brauche keine weitere Konfrontation, sagte Anwar Gargash, Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), am Dienstag in Dubai. "Ich wünsche mir direkte iranisch-amerikanische Verhandlungen, die zu einem Einvernehmen führen, damit wir diese Probleme nicht alle paar Tage haben." Es müsse vorrangig um eine Deeskalation der Spannungen und die Vermeidung eines Konflikts gehen, unterstrich ein Vertreter einer Regionalmacht, der anonym bleiben wollte.
Trump drohte erneut, es könnten "schlimme Dinge" geschehen, sollte keine Einigung erzielt werden. Große US-Kriegsschiffe seien auf dem Weg Richtung Iran. Vergangene Woche hatte Trump erklärt, der Iran führe "ernsthafte Gespräche".