Jemen

Sokotra: Eine Insel fernab der Welt

Sokotra: Eine Insel fernab der Welt
© Stelzmüller
Ein Geheimtipp. Pures 4 x 4 Abenteuer zu tiefgrünen Drachenblutbäumen, blühenden Flaschenbäumen, riesigen weißen Sanddünen und wahrscheinlich den schönsten Stränden der Welt – noch dazu menschenleer. Die beste Reisezeit: bis Ende März.
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Kennen Sie Sokotra? Das arabische Galapagos zählt seit 2005 zu den UNESCO-Naturerbestätten und liegt etwa 400 km südlich des Jemen.

Einzigartig sind die blühenden Flaschenbäume.
Einzigartig sind die blühenden Flaschenbäume. © Gettyimages
4 x 4 Abenteuer. Purer Mitfahrspaß!
4 x 4 Abenteuer. Purer Mitfahrspaß! © Gettyimages

Abenteuerurlaub. Von Abu Dhabi geht zweimal pro Woche ein Flieger der Air Arabia in das einmalige Naturparadies, das früher nur per Schiff erreichbar war. Organisiert wurde unsere Reise von einem deutschen Reiseveranstalter in Kooperation mit einem örtlichen Unternehmen. Das 4 x 4 Abenteuer mit Zelt kann beginnen. Das Smartphone ist für die nächsten acht Tage auf Flugmodus, denn Europa hat kein Roaming-Abkommen mit dem Jemen, WLAN gibt es so gut wie gar nicht – die Pause von der digitalen Welt ist einfacher als gedacht…
Unsere Gruppe zählt insgesamt fünf abenteuerlustige Personen aus Österreich und der Schweiz, die mit einem Guide und zwei Fahrern, die auch für die Küche und den täglichen Zeltauf- und abbau zuständig sind, gemeinsam die nächsten acht Tage verbringen werden.

Camp in den Sanddünen am weißen Arher Beach.
Camp in den Sanddünen am weißen Arher Beach. © Stelzmüller

Mit zwei Toyota Landcruisern geht es Richtung Osten an die Arher Beach, wo uns gigantische, schneeweiße Sanddünen, ein weitläufiger Sandstrand und ein türkisblaues Meer erwarten. Hier im Nirgendwo werden wir die ersten beiden Zeltnächte verbringen und die Sanddüne zum Sonnenaufgang um 5 Uhr früh erklimmen. So stimmen wir uns bereits auf die Wandertour zur Hoq-Höhle, der größten Höhle Arabiens, ein. Natürlich ist sie erforscht, aber nicht wie für europäische Verhältnisse ausgebaut. Schon der zweistündige Aufstieg durch die inseltypische Vegetation bietet einmalige Fotomotive.

Qalansiyah - die zweit größte Stadt Sokotras.
Qalansiyah - die zweit größte Stadt Sokotras. © Stelzmüller

Mit lokalem Guide und Stirnlampe (auf der Packliste) geht es 1,5 km hinein in die stockfinstere Höhle bis zu einem kleinen See mit Trinkwasser, wo wir unsere leeren Flaschen mit dem mineralhaltigen, weichen Wasser wieder auffüllen. Ganze sieben Stunden dauert die Wanderung, bis wir zurück am Strand sind. In einem palmgedeckten Unterstand erwartet uns schon die Crew zum Mittagessen mit gebratenem Kingfish und köstlichen Gewürzreis. Es blieb die anstrengendste Wanderung der Reise.

Homhil. Badevergnügen ineinem natürlichen Pool.
Homhil. Badevergnügen ineinem natürlichen Pool. © Stelzmüller

Dihamri: Schnorchel-Hotspot mit weitgehend intaktem Korallenriff
Infinity-Pool und Canyon. Auf echten Off-Road Routen geht es nach Homhil, wo uns ein natürlicher Infinity-Pool erwartet. Neben dem Trampelpfad wachsen zwischen grauen Kalksteinen blühende Aloe vera, Drachenblut- Flaschen- und Weihrauchbäume. Nach einem 30-minütigen Spaziergang bergab genießen wir das Bad im natürlichen Felsen-Pool (ca. 26 °C) mit Fernblick auf das türkisblau-schimmernde Arabische Meer, bevor es in der brütend heißen Sonne (gefühlte 40 °C) wieder zurück zum Parkplatz geht.
Ein weiteres Highlight ist das pittoreske Wadi Kelisan mit seinen zusammenhängenden Natur-Pools zwischen kreideweißen Felsen. Kristallklares Wasser lädt zum Durchschwimmen der Pools bis zu einem Wasserfall ein.

Sokotra: Eine Insel fernab der Welt
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Korallen, Schildkröten & Delfine. Nach einem kurzen Picknick führt die Fahrt durch steiniges Gelände (teilweise kommt man nur mit 5 km/h voran) zu einem der schönsten Schnorchelpunkte und prachtvollsten Korallenriffe des Archipels im Naturschutzgebiet Dihamri. Am Stützpunkt, wo wir auch nächtigen, kann man sich für 5 US-Dollar Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ausborgen. Selber mitbringen ist auch in diesem Fall besser.

Delphine begleiten die Ausflugsboote und verzücken die Touristen mit ihren Sprüngen.
Delphine begleiten die Ausflugsboote und verzücken die Touristen mit ihren Sprüngen. © Gettyimages
Manche der endemischen Drachenblutbäume sind über 1.000 Jahre alt.
Manche der endemischen Drachenblutbäume sind über 1.000 Jahre alt. © Stelzmüller

Der Drachenblutbaumwald zählt zu den Naturwundern
Endemisch. Ein wahres Naturwunder ist das Diksam-Plateau (in ca. 800 m Höhe) mit endemischen Pflanzenarten, wo die Drachenblutbäume mit ihren schirmförmigen Kronen gleich einen ganzen Wald bilden. Sie sind benannt nach ihrem roten Harz, das man als Medizin und zum Bemalen von Keramik verwendet, und beeindrucken durch ihren ungewöhnlichen Wuchs. Wir dürfen im UNESCO-Biosphärenwald übernachten und unser Frühstück mit Fladenbrot, Nutella (total dekadent!) und Eierspeise unter tausendjährigen, schattenspendenden Drachenblutbäumen genießen.

Sokotra: Eine Insel fernab der Welt
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Kulinarik. Gekocht wird, was das Meer hergibt, sprich wir kauften täglich bei Fischern frischen Fisch – von Zackenbarsch über Thunfisch bis Lobster reichte das Angebot. Gewürzreis ist obligatorisch, dazu rohes Gemüse von Karotten bis zu Gurken. Zum Nachtisch gibt’s Datteln und Wassermelone. Und kein Essen ohne diskret wartende Ägyptische Geier: Sie sind die Gesundheitspolizei von Sokotra. Eingewandert sind sie tatsächlich aus Ägypten, wo sie als ausgestorben gelten. Irene Stelzmüller

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