EM 2020: Die Flaggen von Ukraine und Nordmazedonien im Stadion von Bukarest

Gruppe C, ab 15 Uhr LIVE

Ukraine will Nordmazedonen bändigen

Ukraine-Coach Schewtschenko wollte sich vor dem Duell der Auftakt-Verlierer" abschauen, was die Österreicher richtig gemacht haben".

In der Österreich-Gruppe C steht das Duell der Enttäuschten an. Nach Niederlagen gegen Niederlande und Österreich fühlen die Ukraine und Nordmazedonien (ab 15 Uhr im Sport-LIVE-Ticker) gleichermaßen Erfolgsdruck, die Erwartungshaltung bei den damals aus Topf eins gezogenen Ukrainern ist freilich eine größere. Teamchef Andrij Schewtschenko forderte, die späte 2:3-Niederlage von Amsterdam abzuschütteln, war aber unsicher, wie seine Kicker das rasante Tempo der Auftaktpartie samt Aufholjagd weggesteckt haben.

"Viele meiner Spieler waren nach der Partie wie leere Fässer. Wir werden sehen, wie viele von ihnen sich vollständig erholt haben", sagte Schwetschenko gegenüber ukrainischen Medien. Sein Team hatte sich nach einem 0:2 durch Tore von Andrij Jarmolenko und Roman Jaremtschuk zurückgekämpft, fünf Minuten später aber den endgültigen K.o.-Schlag kassiert. Es war die erste Niederlage im siebenten Spiel in diesem Jahr.

Österreich-Sieg dient als Schablone

Österreichs 3:1-Erfolg wurde vom ehemaligen Stürmerstar auf mögliche Schablonen analysiert. "Wir werden uns alles abschauen, was die Österreicher richtig gemacht haben", sagte Schewtschenko. "Wir haben noch zwei Spiele vor uns und müssen jede Chance nutzen." Belgien-Legionär Jaremtschuk von KAA Gent warnte vor Überheblichkeit: "Natürlich hat Nordmazedonien keine Spieler wie Depay, De Jong oder Wijnaldum, aber sie haben einen guten Teamspirit, das fühle ich."

Anders als beim 2:3 am Sonntag in Amsterdam gegen die Niederlande werden am Donnerstag in Bukarest (15.00 Uhr/ORF 1) auch etliche ukrainische Anhänger erwartet. "Wir haben schon eine riesige Motivation, aber mit den Fans auf der Tribüne verdoppelt sie sich", sagte Eduard Sobol, dessen Team in der rumänischen Hauptstadt auch sein EM-Quartier aufgeschlagen hat. Die Pflichtspiel-Bilanz spricht für die Gelb-Blauen: In der Qualifikation für die EM 2016 hat sich die Ukraine zweimal ohne Gegentor durchgesetzt (1:0, 2:0).

Beide Nationen unter Zugzwang

Nordmazedoniens nun auch in Österreich bestens bekannter Flügelspieler Ezgjan Alioski betonte, dass beide Teams nach ihren Niederlagen unter Zugzwang stehen. "Das Spiel gegen die Ukraine ist wie ein Cupfinale, der Sieg ist für beide ein Muss", sagte der Profi von Leeds United.

Die Ukraine sei der klare Favorit. "Sie sind eine großartige Offensivmannschaft voller hochkarätiger Spieler, und es bedarf einer taktisch soliden Defensive, um sie auszubremsen", sagte Alioski. Stürmer Aleksandar Trajkovski hat noch Jubelszenen im eigenen Land vor Augen. "Dieses Team wird niemals aufgeben. Wir wollen die Gruppe überstehen und all unsere Fans in der Heimat so stolz machen, dass sie uns auf der Straße feiern."