US Open: Murray scheitert in Runde drei

Kleine Sensation

US Open: Murray scheitert in Runde drei

Der Schotte verlor gegen Wawrinka. Keine Überraschungen bei den Damen.

Einen Tag nach Jelena Jankovic bei den Damen hat sich am Sonntag auch die Nummer 4 der Herren überraschend in der dritten US-Open-Runde verabschiedet. Der schottische Mitfavorit Andy Murray musste sich dem überraschend starken Schweizer Stanislas Wawrinka nach 3:56 Stunden mit 7:6,6:7,3:6,3:6 beugen. Rafael Nadal, der einmal mehr ungefährdet siegte, ist damit in seiner Rasterhälfte den vermeintlich schärfsten Konkurrenten auf dem Weg ins Endspiel los geworden.

Murray verbittert
Der Schweizer spielte ausgezeichnet, doch Murray war wohl körperlich nicht perfekt beisammen. Er ließ sich an seinen beiden Beinen, dem rechten Ellbogen und am Nacken behandeln. Es fehlte ihm die Energie, Wawrinka hingegen freute sich über seinen bisher größten Sieg bei einem Major. "Ich habe einfach versucht, wirklich aggressiv zu sein", war das einfache Rezept des Eidgenossen. Murray hingegen war freilich nach dem frühesten Ausscheiden seit den French Open 2008 (ebenfalls 3. Runde) verbittert. "Ich hatte körperliche Probleme und wurde immer frustrierter", gestand Murray in gewohnt eintöniger Manier.

Er habe wohl gemerkt, dass seine Chancen für ein gutes Abschneiden schwinden. "Ich habe sehr hart gearbeitet, um mir eine Chance zu geben, Turniere zu gewinnen." Der Schotte war in ausgezeichneter Form nach Flushing Meadows gekommen und hatte berechtigte Hoffnungen gehabt, die 74-jährige Wartezeit der Briten auf einen Herren-Grand-Slam-Titel zu beenden. Wawrinka trifft nun im Achtelfinale auf den US-Amerikaner Sam Querrey, der einen der vielen Spanier, Nicolas Almagro, in drei Sets bezwang.

Spanier dominieren
Doch die obersten vier Spiele der Herren-Auslosung gingen alle an Spanier. Neben Nadal kamen auch Feliciano Lopez, David Ferrer und Fernando Verdasco weiter, die in dieser Reihenfolge im Achtelfinale gegeneinander spielen. "Es ist großartig, damit steht ein Spanier schon jetzt sicher im Halbfinale", meinte Nadal. Und dieser wird wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit er selbst sein. Mit stark verbessertem Aufschlag präsentiert sich der Weltranglisten-Erste bisher extrem stark, aus seiner Tableau-Hälfte scheint ihn niemand mehr stoppen zu können.

"Es ist wichtig, dass ich ohne Satzverlust gewinne. Es scheint, als spiele ich jeden Tag besser und das ist gut für mein Selbstvertrauen", sagte Nadal, der bei den US Open seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren will. Als insgesamt sechster Spanier (nach Albert Montanes am Vortag) kam auch Tommy Robredo weiter, er spielt nun gegen Michail Juschnij, der wiederum die Träume des US-Amerikaners John Isner beendete.

Clijsters demütigt Ivanovic

Von den vier ersten Damen-Achtelfinali waren drei am Sonntag neuerlich sehr einseitig: French-Open-Siegerin Francesca Schiavone gab gegen Anastasia Pawljutschenkowa (RUS-20) nur drei Games ab und steht ebenso ohne Satzverlust im Viertelfinale wie die als Nummer 3 gesetzte Venus Williams. Für eine der beiden ist in der nächsten Runde Endstation, denn sie spielen nun gegeneinander. Auch das Match der Titelverteidigerin Kim Clijsters (BEL-2) gegen die wieder erstarkte Ana Ivanovic (SRB) wurde mit 6:2,6:1 zur einfachen Übung für Clijsters.

Dafür hatte es aber das Night-Session-Match der Damen in sich: Jelena Dementjewa (RUS-12) und die Nummer 5, Samantha Stosur (AUS), kämpfen bis zum Umfallen - und bis 1:37 Uhr in der Früh (Ortszeit), womit sie das am spätesten beendete Damen-Match der US-Open-Geschichte bestritten. Die Siegerin war am Ende Sam Stosur, die im dritten Satz schon mit 0:3 und 3:5 zurücklag und sogar vier Matchbälle abwehren musste. 6:3,2:6,7:6(2) setzte sie sich letztlich durch und trifft nun auf Clijsters.