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Unsere Tiere

Forderungen nach Reformen in der Tierhaltung

Anlässlich des heutigen Muttertags machen Tierschutzorganisationen auf die Mütter in der Tierhalteindustrie aufmerksam.Mütter unter den sogenannten Nutztieren leiden laut NGOs besonders. Verbesserungen werden gefordert.  

Die jahrelang kritisierten Kastenständen in der Schweinezucht sind zwar derzeit in Österreich noch erlaubt, haben jedoch aufgrund zahlreicher Proteste von Tierschutzaktivist:innen in einigen Jahren ein Ende. Durch Übergangsfristen sollen Kastenstände, in denen Schweine ihre Babys gebären und versorgen, schrittweise eingeschränkt und langfristig verboten werden.

Getrennt nach der Geburt: Die unsichtbare Seite der Milchproduktion 

Besonders Kühe stehen anlässlich des heutigen Muttertags im Fokus. Doch warum wird Milchproduktion von Tierschutzorganisationen immer wieder so stark kritisiert?
Was vielen immer noch nicht bewusst ist: Kühe müssen erst ein Kalb gebären, um Milch geben zu können – so wie auch bei menschlichen Frauen Milchproduktion erst nach der Geburt einsetzt.
Durch die Geburt werden Hormone ausgeschüttet und Bindung aufgebaut. Doch anders als beim Menschen, dürfen Mutter und Kind in der Milchindustrie nicht die Nähe und den Körperkontakt zueinander genießen, sondern werden getrennt. Ein Schmerz, den nicht nur das Kind trifft, sondern auch die Mutter. In der Milchproduktion kann dies selbst in besten Haltungsformen meist nicht zur Gänze vermieden werden.
Etwa jährlich werden Kühe besamt - also künstlich befruchtet - und gebären erneut ein Kalb. Dies ist notwendig, um die Milchleistung zu erhalten. Andernfalls würde die Milchmenge nämlich nach einer gewissen Zeit – wie auch bei menschlichen Müttern – abnehmen und wäre wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Ein Kreislauf, der sich so oft wiederholt, bis die Kühe geschlachtet werden.

Gibt es keine Möglichkeiten Mutter und Kind beisammen zu halten?
Damit Mutter und Kind nicht getrennt werden müssten und trotzdem Milch produziert werden könnte, dürfte im Verhältnis nur eine geringe Menge Milch entnommen werden. Den Großteil der Milch würde nämlich das Kalb trinken. Nach diesem System müssten Milchprodukte jedoch um vielfaches teurer sein und wäre für manche Menschen nicht leistbar.
Daher werden Mutter und Kind in der Milchindustrie nach jeder Geburt getrennt, um einen Milchpreis zu ermöglichen, den Kund:innen bereit sind zu bezahlen.
Ein weiteres Problem der Milchindustrie sind jedoch auch die vielen Kälber. Wenn eine Kuh für eine profitable Menge Milch alle 1-2 Jahre ein Kalb gebären muss und diese Kälber für die Milchproduktion später wiederrum Kälber gebären sollen, wohin kommen dann all diese Kälber?
Hier kommen die Kälbertransporte ins Spiel.

Geboren für den Export: Das stille Leid der Kälberindustrie 

Viele Nachkommen werden jedes Jahr vom Bauernhof an den nächsten Händler oder auf Versteigerungshallen verkauft und gelangen von dort meist weiter ins Ausland. Die männlichen Kälber werden dort in großen Masthallen bis zur Schlachtung gemästet. Die weiblichen werden später während ihrer ersten Schwangerschaft ins Ausland – teils auch in Drittstaaten wie Algerien oder Tunesien - transportiert. Warum?
Einerseits, weil es sich wirtschaftlich lohnt: Von erstmals schwangeren Kühen kann eine hohe Milchleistung erwartet werden und lassen sich daher um rund 2000 – 2500€ verkaufen. Ein Geschäft, von dem auch das Transportunternehmen Klinger GmbH bisher profitiert hat, der wegen des Tiertransportschiffes Spiridon 2 international in Kritik steht. Tausende schwangerer Kühe aus der Milchindustrie wurden wochenlang nicht abgeladen und mussten teils ihre Kälber an Board gebären, wovon viele starben. NGOs sehen hier eine klare Verbindung zur Milchindustrie
Pflanzliche Alternativen österreichischer Bauern werden daher von vielen Konsument:innen zunehmend nachgefragt. Keine Trennung von Mutter und Kind und keine Transporte von überschüssigen Kälbern.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 10.05.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 17.05.2026, 18:30 Uhr  

Hühner:

In der modernen Tierindustrie brüten Hühner ihre Eier nicht selbst aus.
Küken werden stattdessen in spezialisierten Brütereien produziert.
Nach dem Schlüpfen werden die weiblichen Küken in Aufzuchtbetriebe gebracht, wo sie aufwachsen. Wärme wird durch Wärmelampen ersetzt. Nähe und Zuneigung ihrer Mutter kann jedoch nicht geboten werden. Küken sind zwar in der Natur von ihrer Mutter abhängig, entwickeln viele ihrer Verhaltensweisen aber instinktiv. Was jedoch fehlt ist die Nähe, Geborgenheit und das Gefühl, beschützt zu werden – Dinge, die Küken normalerweise von ihrer Mutter bekommen. Deshalb wird diese Form der Aufzucht immer wieder ethisch diskutiert.

Der heutige Muttertag zeigt damit, dass Fürsorge, Bindung und Schutz nicht nur für Menschen eine bedeutende Rolle spielen. Mütter erfüllen auch unter den Tieren eine große Aufgabe. NGOs fordern deshalb ein Umdenken im Umgang mit Muttertieren.

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